Paralympics
Handbiker Fankhauser: «Dort geht es um Sein oder Nichtsein»

Handbiker Tobias Fankhauser aus Hölstein will sich für London qualifizieren. Der ehemalige Gymnasiast hat sein Ziel fest vor Augen und trainiert hart, um im Sommer in London am Start zu stehen.

Willi Wenger
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Tobias Fankhauser hat noch zwei Chancen, sich im Weltcup für einen Startplatz an den Olympischen Spielen aufzudrängen.zvg

Tobias Fankhauser hat noch zwei Chancen, sich im Weltcup für einen Startplatz an den Olympischen Spielen aufzudrängen.zvg

Tobias Fankhauser hat ein Ziel vor Augen: die Paralympics im kommenden Sommer in London. Dieses Ziel zu erreichen, wird sehr schwierig werden, so viel steht fest. Letztlich wird sich der 22-jährige Hölsteiner im Kampf um einen der vier Startplätze gegen sechs bis sieben Konkurrenten durchsetzen müssen. Diese Gegner, unter ihnen Weltmeister, Doppel-Olympiasieger sowie Weltcupsieger, und alle erfahrener als er, werden ihm, dem genauso ehrgeizigen wie sympathischen Sportler aus dem Waldenburgertal, in dieser Beziehung das Leben schwer machen.

«Ich rechne mir nur eine geringe Chance auf die Teilnahme in London aus. Diese liegt zwischen zehn und zwanzig Prozent», sagt Fankhauser, der im Dezember 2010 die Sportklasse am Gymnasium in Liestal mit der Maturitätsprüfung erfolgreich abschloss und der den Baselbieter Sportförderpreis 2011 in Empfang nehmen durfte. Tobias Fankhauser, welcher seit einem Fahrradunfall vor bald neun Jahren querschnittgelähmt ist, lässt sich von Gegnern wie beispielsweise Franz Nietlisbach oder Heinz Frei allerdings nicht sehr beeindrucken. Respekt habe er schon, sagt er im Gespräch, «aber ich will meine Chance nutzen, einen der vier Startplätze bei den Paralympics zu erobern», gibt er sich zuversichtlich. «Ich trainiere zwischen 12 und
15 Stunden pro Woche und so gesehen bin ich nach wie vor sehr zuversichtlich», schaut der Oberbaselbieter in die Zukunft.

Diese ist sportlich gesehen anstrengend. Neben Europacuprennen am 2. und 3. Juni stehen zwei Weltcupprüfungen bevor: vom 25. bis 27. Mai in Italien und vom 15. bis 17. Juni in Spanien. «Dort geht es um Sein oder Nichtsein», stellt Fankhauser die Situation klar. «Ich muss mich dort bei den Verbandsfunktionären empfehlen.

Trainingslager auf Mallorca

Zurzeit haben die erfahrenen, die «alten Athleten», gemäss Einschätzung von Fankhauser eindeutig die besseren Chancen auf Olympia. «Sie sind halt etwas weiter als ich. Ich denke, ich aber habe das Zeug, einen Generationenwechsel einzuläuten». Zu gönnen wäre es dem ausgezeichneten Techniker mit speziellen Stärken im Kurvenfahren und in den Abfahrten allemal. Paul Odermatt, sein Trainer, wird das Nötige dazu beisteuern, das nächste Mal ab morgen Donnerstag. Dann beginnt für die beiden ein Trainingslager auf der Mittelmeerinsel Mallorca.

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