Auswanderer
Guten Mutes an die Pommes-Schranke

Der Lockdown war für die SRF-Auswanderer ein Verlust, den es nun aufzuholen gilt.

Mirjam Bollinger
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Seit Mitte Mai verkaufen Brigitte und Sacha Kunz wieder Würste. Zu ihrer Freude sogar ohne Maske.

Seit Mitte Mai verkaufen Brigitte und Sacha Kunz wieder Würste. Zu ihrer Freude sogar ohne Maske.

SRF

«Alles zum Mitnehmen und gut verpackt», ist das aktuelle Credo des Küstenimbisses von Sacha und Brigitte Kunz. Ein Facebook-Foto von Kreidemarkierungen im Zweimeterabstand beweist, dass die Sicherheitsmassnahmen am Dorumer Kutterhafen ernst genommen werden. «Zum Glück müssen wir im Gegensatz zum Restaurantpersonal keine Masken tragen», sagt Sacha Kunz am Telefon. Der 51-jährige Baselbieter und seine Familie, die man aus der SRF-Sendung «Auf und davon» kennt, leben seit gut einem Jahr an der Nordsee. Hier sind sie mit dem Verkauf von Currywürsten erfolgreich in ein neues Leben gestartet.

Erzählt Kunz von den Wochen des Lockdowns, klingt sein Schicksal wie eines von vielen. Nebst grossen Einbussen – vor allem des sonnigen Frühlings und der vielen Feiertage wegen – kann auch er ein Lied vom familiären «Aufeinandersitzen», von Gartenarbeiten und Homeschooling singen. Besonders bitter: Obwohl der Küstenimbiss am 20. März seinen langersehnten Saisonstart einläutete, musste man am selben Abend dem Bundesbeschluss Folge leisten. «Das war ein Schlag ins Gesicht», erinnert sich Kunz. Und wenn er daran denke, wie die bereits gekauften Pommes im Abfall landeten, komme ihm noch immer das Augenwasser.

Sommerferien an der Nordsee als Rettung

Dennoch: Den Kopf hängen zu lassen, ist für den Auswanderer keine Option. «Ich denke, wir profitieren davon, dass viele Deutsche die diesjährigen Sommerferien an der Nordsee verbringen werden.» Die Erfahrung der ersten und verkürzten Saison, die erfolgreich verlief, lässt den Baselbieter hoffen. «Es ist zwar ein Tropfen auf den heissen Stein, aber wir haben vom Bund 9000 Euro Soforthilfe erhalten», erzählt Kunz. Somit könne man an Plänen wie zusätzlichem Personal und dem Mini-Imbisswagen festhalten.

Dass die Auswanderer auf ein grosses soziales Netzwerk zurückgreifen können, zeigt sich in den vielen Meldungen, die sie während der Krise erhielten. «Manche versprachen, uns im Sommer zu besuchen, andere wollten uns Geld schicken», sagt Kunz berührt. Auf einen Besuch freut sich die Familie besonders: jenen des ältesten Sohnes. Er wird ab Ende August ebenfalls nach Dorum ziehen.

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