Geschichte
Das Ideal der unverdorbenen Natur in der Arlesheimer Ermitage

Seit Jahrhunderten ist der Landschaftsgarten in Arlesheim ein beliebtes Ausflugsziel. In mehreren Etappen wird die Ermitage derzeit umgestaltet. Dadurch soll sie ihren alten Charme zurück bekommen. Die Geschichte des Gartens reicht zurück bis 1785.

Alexandra von Ascheraden
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Seit Jahrhunderten zieht die Ermitage Besucherinnen und Besucher an.
10 Bilder
Der Landschaftsgarten lädt zum Spazieren und Verweilen ein.
Rund um die Ruine Birseck wuchern Sträucher und Bäume. Hier muss zwischen Gartengestaltung und Naturschutz abgewogen werden.
Bei dem Delille-Denkmal musste eine Rotbuche gefällt werden. Der Baum war von diversen Pilzen befallen.
Die einsturzgefährdete Terrassenmauer am Karussellplatz ist erneuert worden.
Nun sieht der Platz wieder so aus, wie er auf alten Stichen zu sehen war.
Am malerischen mittleren Weiher wird eine Hütte mit Sitzgelegenheiten gebaut.
Im Weiher kann man auch Fische beobachten.
Hier kann man es sich an einem schönen Frühlingstag richtig gemütlich machen.
Beim Schloss Birseck müssen die Umfassungsmauer saniert werden, sie sind einsturzgefährdet.

Seit Jahrhunderten zieht die Ermitage Besucherinnen und Besucher an.

Nicole Nars-Zimmer

Der 1785 eröffnete Landschaftsgarten wurde von Balbina von Andlau-von der Staal, Frau des bischöflichen Landvogts von Birseck, und ihrem Vetter, dem Arlesheimer Domherrn Heinrich von Ligertz initiiert. Die ursprüngliche Ermitage orientierte sich am Ideal der unverdorbenen Natur. Die Eingriffe in die Landschaft waren gering. Es wurden Wege und kleine Brücken angelegt und einige der natürlichen Grotten durch Treppen, Wege und Durchbrüche begehbar gemacht. Als Balbina das Schloss Birseck zu unbequem wurde, zog sie mit ihrem Gatten in den Andlauerhof am Dorfrand.

Der Burghügel wurde frei zur Umgestaltung. Er ist von natürlichen Grotten durchzogen, die schon in prähistorischer Zeit von Menschen genutzt wurden. Auch Bach, Weiher und Mühle waren bereits vorhanden und wurden in den Landschaftsgarten integriert.

In den Revolutionswirren zerstört, wenig behutsam wiederaufgebaut

Im Zuge der Französischen Revolution mussten die Erbauer sich ins Exil begeben. Weite Teile der Ermitage wurden zerstört. Erst 1812 wurde sie nach weitgehendem Wiederaufbau neu eröffnet. Damals war die Ritterromantik in Mode. Daher wurde das unterdessen baufällige Schloss Birseck als Ruine konserviert und in die Anlage integriert.

Der Wiederaufbau erfolgte nicht mit derselben Sachkenntnis wie die ursprüngliche Anlage. Zahlreiche Pfade waren zu steil, zu unbequem und zu wenig dauerhaft angelegt und entsprachen an mehreren Stellen nicht dem Ideal, dass man beim Rundgang niemals demselben Objekt zweimal begegnen sollte. Diese Mängel wurden später korrigiert.

Im Jahre 1997 ging die Gartenanlage aus Familienbesitz an die Stiftung Ermitage Arlesheim und Schloss Birseck über. Diese als Eigentümerin sowie die Gemeinde Arlesheim stimmten einer Unterschutzstellung von Ermitage und Schloss Birseck zu. Seitdem wird sie unter Leitung der Kantonalen Denkmalpflege behutsam an den ursprünglichen Zustand herangeführt.

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