Neugestaltung
Gelber Riese modernisiert Filialen: Die Post baut eine «Bar» in Füllinsdorf

Die Post wird moderner. Die Schalterhallen erhalten ein neues Design. Angestellte beantworten jetzt die Fragen der Kunden an der Postbar samt Laptop.

Simon Tschopp
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Der neue Kundenraum der Füllinsdörfer Filiale mit Postbar und Paketeinwurf (rechts).

Der neue Kundenraum der Füllinsdörfer Filiale mit Postbar und Paketeinwurf (rechts).

Nicole Nars-Zimmer

Hell und viel Holz. Die Post hat ihre modernisierte Filiale im Einkaufszentrum Schönthal in Füllinsdorf gestern eröffnet. Diese ist nach neuem Konzept entstanden. Physische und digitale Dienstleistungen werden zusammengebracht.

Gleich beim Eingang steht die Postbar samt Laptop, wo eine Angestellte Fragen der Kunden beantwortet und sie berät. Am Ticketsystem der Besuchenden wird festgehalten. Neben der Theke befindet sich ein Paketeinwurf, wo – ohne Wartezeit in der Schlange – vorfrankierte Pakete aufgegeben werden können.

Postangestellte schlüpfen in eine andere Rolle

«Der Alltag verändert sich, die Bedürfnisse und Erwartungen verändern sich», konstatiert Urs Möschli, Leiter Region Basel bei der Post. Die Beratung stehe im Zentrum. Deshalb seien sie mit Personal in der Schalterhalle präsent, was neue Möglichkeiten eröffne, erklärt Möschli. «Der Kunde will seine Geschäfte rasch erledigen.» Durch den Wechsel vom Bedienungsschalter an die Postbar schlüpft die Mitarbeiterin in eine andere Rolle. Alle Angestellten seien für die neue Aufgabe ausgebildet, betont Ruedi Müller, Leiter des Postgebiets Liestal.

Die Neukonzeption in der Kundenhalle ist augenfällig. Sie kommt mit hölzerner Möblierung in einem wärmeren Dekor daher. Die Warenregale wurden reduziert. Laut Urs Möschli hat die Post ihr Sortiment «verändert und gestrafft». Im Rückwärtigen, im Raum hinter den Schaltern, blieb alles beim Alten. Die Umbauarbeiten in der Füllinsdörfer Filiale, die stets in Betrieb war, dauerten einen Monat. Täglich kommen hier 500 bis 700 Kunden vorbei, die von fünf Mitarbeiterinnen bedient werden. Die Öffnungszeiten bleiben wie bisher.

24 Filialen im Baselbiet

Die Post betreibt im Kanton Baselland derzeit 24 Filialen, davon werden drei Standorte noch überprüft. Sie ist im Gespräch mit den Gemeinden Bottmingen und Läufelfingen, um eine neue Lösung für die lokale Postversorgung zu finden. Für Zwingen wird eine Filiale mit Partner favorisiert. Der Entscheid fällt in den nächsten Tagen. Im Baselbiet existieren 30 Filialen mit Partner, wo die Post mit einem lokalen Partnerbetrieb zusammenarbeitet. In 35 Ortschaften wird der sogenannte Hausservice angeboten. Bei diesem Modell können diverse Postgeschäfte direkt an der Haustüre beim Postboten erledigt werden.

Schon zu Beginn eine Panne

Gleich am Eröffnungstag gabs Probleme mit dem neuen Paketeinwurf. Ausgerechnet bei der Demonstration, wie der Kunde selbstständig ein Paket verschicken kann, hat das Gerät gestreikt. Möschli und Müller erhalten von zwei älteren Kunden auch gleich Reaktionen. Ein Mann beschwert sich über die Neuerungen bei der Post und findet, es werde dabei zu wenig auf die ältere Bevölkerung Rücksicht genommen. Glücklicher zeigt sich eine Frau und ruft in die Schalterhalle: «Ich bin so froh, dass es in Füllinsdorf weiterhin eine Post gibt.»

Der gelbe Riese modernisiert bis Ende 2022 schweizweit alle seine 300 Filialen und investiert dafür 40 Millionen Franken. 50 Filialen sind bereits renoviert. Ein Neubau beinhaltet offene Schalter, bei der Variante wie in Füllinsdorf mit den verglasten handelt sich um ein Upgrade.
Füllinsdorf ist nach Reinach erst die zweite Filiale im Baselbiet, die saniert worden ist. Als nächste an der Reihe ist in der Region Basel der Standort Gundeldingen. In Liestal, Sissach und Gelterkinden sind Neubauten geplant. Offen ist in Sissach, ob das Projekt am jetzigen Standort realisiert wird.

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