Schwingfest
Friedensangebot an die Aescher Bauern

Nachdem man die lokalen Bauern bei der Erarbeitung der Machbarkeitsstudie für ein Schwingfest in Aesch noch aussen vor gelassen hatte, will sich das Pro-Komitee nun mit ihnen an einen Tisch setzen.

Michel Ecklin
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Zwei Schwinger bekämpfen sich am Schwingfest in Estavayer-le-Lac.

Zwei Schwinger bekämpfen sich am Schwingfest in Estavayer-le-Lac.

KEYSTONE/JEAN-CHRISTOPHE BOTT

Noch ist völlig offen, ob das Eidgenössische Schwing- und Älplerfest 2022 überhaupt in Aesch stattfinden kann. Am kommenden Donnerstag präsentieren die Schwingerverbände Basel-Stadt und Baselland ihre Studie, die zeigen soll, ob als Alternative das Gebiet St. Jakob infrage kommt. Zudem untersucht ein Fachbericht des Landwirtschaftlichen Zentrums Ebenrain in Sissach zusammen mit den betroffenen Bauern die Auswirkungen, die der Riesenevent in Aesch hätte.

Für den Fall, dass der Standort Aesch nach Veröffentlichung des Berichts der Schwingerverbände immer noch infrage kommen sollte, haben die Aescher Schwingfestanhänger vorgesorgt. Das lokale Komitee rund um die Aescher Gemeindepräsidentin Marianne Hollinger will dann nämlich die Wogen glätten und mit den Bauern «nicht mehr länger über die Presse kommunizieren». Das erklärt es im Wochenblatt fürs Birseck. Weiter heisst es: «Fällt der Entscheid für das Eidgenössische 2022 auf Aesch, wird das Komitee die Bauern – dann in Kenntnis aller Tatsachen – zum Gespräch einladen.» Die Aescher Schwinglobbyisten wollen also das Kriegsbeil begraben – und das stellt die Bauern vor ein Dilemma.

Diese hatten nämlich mehrfach, geschlossen und unmissverständlich klar gemacht, dass sie ihr Land unter keinen Umständen für das Schwingfest zur Verfügung stellen. Gleichzeitig hatten sie sich beklagt, der Baselbieter Schwingerverband plane über die Köpfe der Bauern hinweg, ohne überhaupt mit ihnen den Dialog gesucht zu haben.

«Grundsätzlich warten wir schon lange auf ein Gespräch, in dem man uns anhört und wo man gegenseitig die Argumente austauschen kann», sagt einer der betroffenen Bauern, Ueli Siegenthaler. Darum würden die Bauern vermutlich auf die Einladung des Komitees eingehen.

Standpunkt bleibt unverändert

Mit seinen Berufskollegen hat er das weitere Vorgehen zwar noch nicht besprochen. Aber er persönlich würde jedenfalls eine Diskussion «auf Augenhöhe und nicht über die Medien» begrüssen. Gleichzeitig hält er fest: «Unser Standpunkt ist klar, und wir werden nicht davon abweichen.» Daran ändere sich auch nichts, falls die Schwingerverbände Nein zum Standort St. Jakob sagen würden.

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