Bison-Haltung
Exoten auf Baselbieter Weiden: Gefährlicher geht Landwirtschaft nicht mehr

Wenn Markus Dettwiler sich um seine Bison-Herde kümmert, muss er ständig einen Fluchtweg im Auge behalten. Und sich nicht selten mit einer Kletteraktion in Sicherheit bringen. Nur gerade 13 Bauern in der Schweiz trauen sich das.

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1,2 Tonnen Fleisch und Fell: Gegen einen Bison hat ein Mensch keinen Stich. Das hat Bauer Markus Dettwiler aus Ormalingen im Baselbiet schon am eigenen Leib erfahren. Etwa, als er seine Bisons fotografieren wollte.

«Plötzlich sehe ich nur noch Hörner auf mich zukommen», erzählt er in der Sendung «Tierisch». Eine Bisonkuh griff ihn aus rund 50 Metern Entfernung an, um ihr Territorium zu verteidigen. Das Ganze endete in einer wilden, aber unblutigen Verfolgungsjagd.

Wilde Rinder

Alpacas, Strausse oder Schottische Hochlandrinder – Exoten auf Schweizer Weiden sind schon lange nichts Besonderes mehr. Wer so richtig aus dem Rahmen fallen will, hält sich eine Herde Bisons. Doch die amerikanischen Wildrinder sind eine echte Herausforderung.

Dettwiler ist einer von 13 Bauern in der Schweiz, die eine Bison-Herde halten. «Ich bin fasziniert von diesem urtümlichen Wesen und von dieser Unnahbarkeit», sagt er.

Unnahbar, das heisst: Man kann sich einem Bison nicht einfach so nähern, etwa, indem man die Weide betritt. Man muss die Tiere und die Fluchtwege ständig im Blick behalten.

Viel Abenteuer für wenig Geld

Wenn Dettwiler seine Herde auf die Weide lässt, ist gar ein abenteuerliches Manöver nötig: Kaum hat er das Tor geöffnet, klettert er daran hoch, um zum eigenen Schutz höher zu sein als die Tiere.

Der reinste Nervenkitzel. Das scheint Dettwiler zu gefallen: «Das macht die ganze Sache spannend», sagt er.

Gewinn werfen die Kolosse übrigens kaum ab. Dettwiler verkauft Fleisch und andere Produkte, die vor allem bei Menschen mit einem Flair für die indianische Kultur Abnehmer finden. Das Ganze verbucht der Bauer nicht als Verdienst, sondern als Hobby. (smo)

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