Strahlung
Erhöhte Radon-Werte an Schulen lösen Verunsicherung aus

An 17 Baselbieter Schulen wurden erhöhte Werte des radioaktiven Gases festgestellt. Bei künftigen Sanierungen sollen die Mess-Ergebnisse berücksichtigt werden.

Daniel Aenishänslin
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Eine von 17 betroffenen Schulen im Kanton: Das Schulhaus Burg in Liestal. Walter Brunner

Eine von 17 betroffenen Schulen im Kanton: Das Schulhaus Burg in Liestal. Walter Brunner

An 17 Baselbieter Schulstandorten sind erhöhte Radon-Werte festgestellt wurden. Dies teilte die Volkswirtschafts- und Gesundheitsdirektion (VGD) vergangene Woche mit. Die genauen Standorte hingegen wurden zunächst nicht bekannt gegeben. Dies löste viele Nachfragen aus der Bevölkerung aus, wie Kantonschemiker Peter Wenk berichtet. Deshalb habe man entschieden, die betroffenen Schulen zu nennen. Sie sind auf der Website des Kantons publiziert worden. Besorgte Eltern warteten bis zu jenem Zeitpunkt auf Informationen der Schulleitungen. Untersucht wurden in einem ersten Schritt Sekundarschulen, Gymnasien und Berufsschulen.

Radon dringt in die Gebäude ein

Die 17 betroffenen Schulstandorte

- Aesch, Sekundarschule Neumatt
- Allschwil, Sekundarschule Lettenweg
- Arlesheim, Sekundarschule Gerenmatt
- Birsfelden, Sekundarschule Rheinpark
- Frenkendorf, Sekundarschule Mühleacker
- Laufen, Sekundarschule
- Liestal, Schulhaus Burg
- Liestal, Gymnasium
- Münchenstein, Gymnasium Villa Ehinger
- Münchenstein, Sekundarschule Lärchen
- Muttenz, Gewerbliche Industrielle Berufsschule
- Oberdorf, Sekundarschule Breite
- Pratteln, Sekundarschule Fröschmatt
- Reinach, Sekundarschule Bachmatten / Lochacker
- Sissach, Sekundarschule Tannenbrunn
- Sissach, Landwirtschaftliches Zentrum Ebenrain
- Zwingen, Sekundarschule

(Quelle: Kanton BL)

Da Radon einen grossen Teil unserer Strahlenbelastung ausmache und das Einatmen von Radon über längere Zeit zu Lungenkrebs führen könne, gelte es, Strahlenquellen zu finden und diese umgehend dort zu stopfen, wo die Strahlung reinkomme, sagt Wenk. Überschritten worden sei der gefährliche Wert von 1000 Becquerel in Schulräumen nicht. Zu den Sofortmassnahmen gehöre die Änderung des Lüftungsregimes. Auch sei die Aufenthaltsdauer der Kinder in jenen Räumen verkürzt worden, in denen die erhöhte Radonkonzentration gemessen wurde.

Kinder reagieren sensibler

Die Messungen gehen auf ein Aktionsprogramm des Bundes zurück. «Nachdem im ganzen Kanton in ausgewählten Häusern gemessen wurde, um einen Überblick zu erhalten, wurden und werden gezielt Schulen, Kindergärten und Tagesheime gemessen, weil Kinder besonders sensibel auf das Gas reagieren», erklärt der Kantonschemiker. In einem ersten Schritt wurde in Gebäuden gemessen, die dem Kanton gehören. «Dies auch, damit der Kanton eine Vorreiterrolle einnimmt.» Zudem stehen Sanierungen einiger dieser Gebäude an, in die die Ergebnisse auf die Radon-Messungen gleich miteinbezogen werden sollen. Diesen Winter sollen Messungen in Primarschulen, Kindergärten, Tagesstätten und Spielgruppen folgen.

«Mit geringem Aufwand erzielen wir auf diesem Weg ein grosses Mass an Prävention», sagt Wenk. Die betroffenen Schulleitungen wurden von der Bildungsdirektion in Kenntnis gesetzt. Die Beteiligung an den Messungen bleibt freiwillig. Unter www.ch-radon.ch informiert das Bundesamt für Gesundheit im Detail. Mittels einer Suchmaschine kann das Radonrisiko der eigenen Wohngemeinde ermittelt werden. Weiter wird gezeigt, wie das Eigenheim vermessen werden kann oder wie bauliche Massnahmen das Radon fernhalten.

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