Birsfelden
Ein Blick hinter die Fassade der Hafenstadt

Im Birsfelder Museum startet am Freitag die Fotoausstellung «Zoom 4127». Die Fotos von Regula Kurmann zeigen die Agglomerationsgemeinde aus einem anderen Blickwinkel.

Nils Hänggi
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Birsfelden bei Nacht zeigt das Bild «Hornfelsen». Es ist ein Verweis auf Saint-Exupérys «Terre des Hommes».
4 Bilder
Das Bild «Mann mit Pinsel» zeigt einen Senior, der im Altersheim malt.
Birsfelden aus einem anderen Blickwinkel
Ein Kind, ein Buch auswählend, zeigt das Bild «Kind in der Bibliothek».

Birsfelden bei Nacht zeigt das Bild «Hornfelsen». Es ist ein Verweis auf Saint-Exupérys «Terre des Hommes».

Authentische Bilder von Menschen in verschiedenen Lebenssituationen, beschäftigt mit den unterschiedlichsten Tätigkeiten. Birsfelden ist für viele Baselbieter ein unbeliebter Vorort. Eine Schlafstadt ohne erkennbares Profil. Mit ihrer Ausstellung «Zoom 4127» möchte die Birsfelder Fotografin Regula Kurmann ein anderes Bild von der heutigen Gemeinde entwerfen: «Ich möchte Birsfelden von diesem tristen Dasein erlösen. Birsfelden hat viele schöne Ecken, sie müssen nur gefunden werden.»

Infos zur Ausstellung

Die Ausstellung «Zoom 4127» beginnt am Freitag, 20. März, im Birsfelder Museum. Sie startet mit einer Vernissage um 19 Uhr. Höhepunkte sind am 24. März, das Kinderprogramm, am 10. April die Lesung von Franz Hohler aus seinem Buch «Der Autostopper» und am 26. April die Finissage, begleitet von Daniela Dill und Guy Krneta.

Die Öffnungszeiten: Mi 17–19 Uhr; Sa 15–18 Uhr; So 10.30– 13 Uhr.

Die positive Seite Birsfeldens versucht die Fotografin, durch ausgewählte thematische Bereiche hervorzuheben. Die Bereiche seien jedoch nicht vollständig, wie Kurmann betont: «Sie sind spotartig ausgewählt. Sie verbinden hingegen den Mikrokosmos Birsfelden mit der grossen, weiten Welt.» Damit hat sich die Ausstellung viel vorgenommen; sie versucht, dies zusätzlich mit der Verbindung mit anderen Ländern zu erreichen. Jedes Thema wird mit Fotografien oder Kunst aus anderen Ländern verknüpft. «Birsfelden wird so das grosse weite Tor zur Welt», so Kurmann.

Die Fotografin Regula Kurmann

Aufgewachsen ist sie in Basel und in Birsfelden. Nach einem Germanistik- und Romanistikstudium arbeitete Kurmann während 30 Jahren als Lehrerin an einem Basler Gymnasium. Durch ihren Vater kam sie früh zum Fotografieren – und begann es zu lieben. Kurmann entwickelte zu analogen Zeiten ihre Fotos noch selbst im eigenen Keller, heute ist auch sie zu der digitalen Fotografie gewechselt.

Querschnitt aus der Bevölkerung

In der Ausstellung, die am kommenden Freitag beginnt, sind Fotos, aufgenommen in Birsfelden, zu sehen. «Ich möchte die Gemeinde von ihrer schönen Seite zeigen», sagt Kurmann. «Hornfelsen» ist so ein Bild in der Ausstellung. In diesem Bild bezieht sich Kurmann auf eine Szene aus Saint-Exupérys «Terre des Hommes». In dieser blickt er aus dem Flugzeug auf das dunkle Buenos Aires und fragt sich, wer wohl in den erleuchteten Häusern wohnen könnte. Kurmann brauchte eine parallele Fotografie von Birsfelden. Einen Helikopter nur dafür zu mieten, kam aus Kostengründen nicht infrage. Die Lösung: Bei Nacht den Hornfelsen erklimmen: «Ein gewaltiger Anblick.»

Im Birsfelder Museum sind in den nächsten Wochen mehr als 110 Einzelfotos zu sehen. Diese haben verschiedene Grössen, es gibt mehr als 80 grossformatige Bilder und mehrere kleinformatige. «Wobei ich auch oft Bilder zu einer Collage zusammengefügt habe», erklärt die Fotografin. Der Titel der Ausstellung setzt sich aus «Zoom», einem fotografischen Ausdruck, und «4127», der Postleitzahl Birsfeldens, zusammen.

Die Bilder zeigen Menschen in den verschiedensten Lebenslagen. Regula Kurmann fotografierte viele Menschen, mehr als 150. So lassen sich unter den Fotografien auch Porträts finden. Die Schauplätze für die Fotos waren Alterszentren, Kindertagesstätten und Ortsviertel wie das Sternenfeldquartier. Die Fotografien sind ein Querschnitt aus der Birsfelder Bevölkerung, erklärt Kurmann: «Auf den Fotografien lassen sich Menschen sämtlicher Bevölkerungsschichten finden.»

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