Risiko
E-Banking-Betrug: Baselbieter Ärztepaar um 28'000 Franken leichter

Rund 100'000 überwiesen Unbekannte vom Konto der Sturzeneggers an die Hypothekarbank Lenzburg. Knapp ein Drittel des Geldes fand anschliessend den Weg nach Russland. Die Bank bleibt stur.

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Ein Anruf der Kantonspolizei Aargau verschlug Daniel Sturzenegger die Sprache. Der Polizist fragte ihn, ob er oder seine Frau im vergangenen Monat rund 100'000 Franken von ihrem Konto bei der Basellandschaftlichen Kantonalbank an die Hypothekarbank in Lenzburg überwiesen habe. Von dort seien 28'000 abgehoben und auf ein Konto in Russland überführt worden. «Ich fiel aus allen Wolken und musste verneinen. Wir haben keine solche Transaktion vorgenommen.»

Der Betrug fand vergangenen Winter statt. In dieser Periode hätten sie keine E-Banking-Überweisungen gemacht, versichert Sturzenegger. Da kein Bestätigungssms eintraf, blieb die unrechtmässige Transaktion bis zum Anruf der Kantonspolizei unentdeckt.

Viele Unklarheiten bleiben

Wie genau die Zahlung in Auftrag gegeben werden konnte, bleibt unklar. Es gibt zwar Hinweise, wonach versucht wurde, einen E-Banking-Trojaner auf dem Computer des Ehepaares zu installieren. Wie dieser trotz Anti-Viren-Programmen den Weg dorthin fand und ob dieser aktiv wurde, ist unklar.

Die Basellandschaftliche Kantonalbank hat kein Erbarmen. Laut Ladina Sturzenegger war der Kontakt mit der Bank unangenehm: «Sie waren ausgesprochen unfreundlich und die Juristin hat uns anfangs beschuldigt, dass wir das alles selbst getan haben.» Nun versteckt sich die BLKB hinter dem Haftungsausschluss, wonach die Nutzer der Bank grob fahrlässiges Verhalten nachweisen müssen. Auch beweist die Bank bislang keinerlei Entgegenkommen.

Ladina und Daniel Sturzenegger überlegen sich nun, rechtlich gegen sie vorzugehen. An die Medien hat sich das Ehepaar mit der Intention gewandt, andere vor den Risiken des E-Bankings zu warnen, es sei nicht 100 Prozent sicher. Der Beweis sind in diesem Fall 28'000 Franken.