Kunst
Die Liestaler «Sphinx» wird befreit und soll ins Museum in Känerkinden

Das Mosaik-Gemälde «Sphinx» von Walter Eglin war lange Zeit nicht zu sehen. Bei Umbauarbeiten wurde es zugegipst. Kunstfans wollten sie befreien. Dem hat regierungsrat Urs Wüthrich zugestimmt. Nun soll das Mosaik ins Museum in Känerkinden.

Jeremias Schulthess
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Die «Sphinx» hat Walter Eglin während seines Israel-Aufenthalts im Jahr 1961 geschaffen.

Die «Sphinx» hat Walter Eglin während seines Israel-Aufenthalts im Jahr 1961 geschaffen.

Zur Verfügung gestellt

Traurige Berühmtheit erlangte in den letzten Wochen die Liestaler «Sphinx». Es handelt sich um ein Mosaik-Gemälde des Künstlers Walter Eglin, das lange Jahre an das Bildungszentrum Liestal (kvBL) ausgeliehen war.

Nur: Dort war die «Sphinx» nicht mehr zu sehen. Sie wurde bei einem Umbau zugegipst. Nachdem «Onlinereports» das Verschwinden letzten Monat publik gemacht hatte forderten Kunstfans die Befreiung des Mosaik-Gemäldes. Dem hat Regierungsrat Urs Wüthrich gestern zugestimmt. Die «Sphinx» soll ins Museum des Künstlers Eglin nach Känerkinden verlegt werden.

«Ich freue mich, dass das Werk wieder öffentlich zugänglich gemacht werden kann», sagt Saskia Klaassen von der Kulturdirektion Baselland. Vor die Sphinx sei eine Gipswand gebaut worden, die Heraustrennung stelle kein Problem dar: «Die Sphinx wurde fachgerecht eingebaut. Genauso fachgerecht kann sie nun wieder befreit werden.» Das Kunstwerk werde in keiner Weise beschädigt und die Kosten für die Befreiung würden vom kvBL und dem Kanton geteilt. Es sei «kein namhafter Betrag», sagt Klaassen zu den Kosten.

Kanton in die Pflicht genommen

Toni Eglin, der Sohn des Baselbieter Künstlers, ist «äusserst glücklich» über den Entscheid. Für ihn hat die «Sphinx» eine besondere Bedeutung. Es sei eines der letzten Werke seines Vaters, die er in Israel anfertigte. Nun könne die «Sphinx» wieder mit den anderen Werken im Walter-Eglin-Museum vereint werden.

Auch Landrat Hans Furer (Grünliberale) zeigt sich erfreut über die «allseits befriedigende Lösung». Er hatte einen Vorstoss zur Befreiung der «Sphinx» eingereicht und meinte, «der Kanton sollte sich um seine Kunstwerke kümmern». Dass Regierungsrat Urs Wüthrich so schnell handelte, stimmt Furer dankbar. Dennoch findet er, dass weitere Diskussionen über den Verbleib der Kantonskunst stattfinden sollten. Furer will etwa wissen, «wie der Kanton seine Kunstwerke generell kontrolliert».

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