Gartenbad
Die Leimentaler Gemeinden zeigen sich solidarisch gegenüber Bottmingen

An die 30 Grad warm und sonnig soll es dieses Wochenende werden. Bei solchem Prachtswetter werden Menschenmassen in die Gartenbäder strömen, so auch in die Badi Bottmingen.

Michel Ecklin
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Die Besucher der Badi Bottmingen kommen aus allen umliegenden Gemeinden, denn die Badi ist die einzige im ganzen Leimental. (Archiv)

Die Besucher der Badi Bottmingen kommen aus allen umliegenden Gemeinden, denn die Badi ist die einzige im ganzen Leimental. (Archiv)

Nicole Nars-Zimmer

Die Besucher der Badi Bottmingen kommen aus allen umliegenden Gemeinden, denn die Badi ist die einzige im ganzen Leimental. Gemäss einer Untersuchung vor einigen Jahren stammen zum Beispiel aus Therwil zehn Prozent der Besucher. Finanziert wird diese beliebte Institution aber nur von drei Gemeinden: der Standortgemeinde Bottmingen und den anliegenden Binningen und Oberwil. Gemeinsam decken sie jedes Jahr ein Defizit von über einer halben Million Franken.

2014 wollte das Binningen nicht mehr mitmachen. Der Gemeinderat verlangte eine Neuverhandlung des Vertrags zwischen den drei Trägergemeinden. Es war sogar von einer Schliessung des Bades die Rede.

Doch soweit kommt es jetzt nicht. Denn Therwil und Biel-Benken zeigen sich solidarisch. Die beiden Gemeinderäte möchten die Badi mitfinanzieren. «Beim Gartenbad handelt es sich um eine Leimentaler Institution, die von der gesamten Leimentaler Bevölkerung genutzt wird», so begründet der Biel-Benkemer Gemeinderat die Vorlage an die Gemeindeversammlung. Ähnlich argumentiert der Therwiler Gemeindepräsident Reto Wolf (FDP): «Wir zeigen mit dem Beitrag, dass die Bottminger Badi eine Leimentaler Institution ist, und das seit 40 Jahren. Wir sind aus Solidarität dabei.» Einen direkten Mehrwert habe Therwil nicht, betont er.

Völlig selbstlos ist die geplante finanzielle Beteiligung von Therwil und Biel-Benken trotzdem nicht. Als Binningen auszusteigen drohte, stand zur Diskussion, für Besucher aus Nicht-Trägergemeinden einen höheren Eintrittspreis zu verlangen. «Das wäre eine Katastrophe gewesen», findet Wolf. «Wir stellen jetzt sicher, dass die Therwiler Badi-Besucher nicht benachteiligt werden.»

Mit den drei anderen Gemeinen haben Therwil und Biel-Benken einen neuen Finanzierungsschlüssel ausgehandelt. Ein Viertel des Badi-Defizits decken alle abhängig davon, wie gut man von ihnen aus mit dem Tram zur Badi gelangt. Der Rest wird nach der Bevölkerungszahl berechnet. Die Einigung fand im Rahmen der Region Leimental Plus (RLP) statt.

Für Wolf ist klar, dass es ohne die Region nicht zu diesem Solidaritätsakt gekommen wäre. Es habe sich in diesem Gremium eine überkommunale Denkweise eingebürgert. «Bei allen Projekten nehmen wir immer die regionale Optik ein», so Wolf, der auch Vorsitzender der RLP ist. «Wir haben beschlossen, aus der Badi ein Leuchtturmprojekt der Zusammenarbeit zu machen, mit dem wir eine Leimentaler Institution auf ein gutes Fundament setzen.» Im Rahmen der Region wüssten die Gemeinden, dass sie auch mal ohne eigenen Mehrwert etwas geben können, einfach weil man zusammenrücken wolle. «Langfristig rechnet sich das», ist Wolf überzeugt.

Manche zahlen, manche sparen

Vorerst müssen aber die Gemeindeversammlungen und in Binningen der Einwohnerrat ihr Okay zur Neuregelung geben. Die Vorlage ist überall vor den Sommerferien traktandiert, ausser in Ettingen, das mangels Finanzkraft nicht mitmacht. In den bisherigen Trägergemeinden wird es kaum Opposition geben. Schliesslich sparen sie gegenüber jetzt Geld, zum Beispiel Binningen 70 00 Franken pro Jahr.

Die neu dazustossenden Gemeinden hingegen sollen Mehrkosten tragen. Therwil wird rund 130'000 Franken pro Jahr übernehmen, Biel-Benken rund 56'000 Franken. Die Therwiler Gemeindekommission hat sich bereits solidarisch gezeigt und das Vorhaben einstimmig befürwortet.

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