H2
Die Gemeinde Giebenach fürchtet sich vor dem Schleichverkehr

Während die grossen Gemeinden an der Rheinstrasse den Stau verkraften, leidet der kleine Nachbar. Der Kanton will aber keine Verkehrszählungen durchführen.

Boris Burkhardt
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Ohne Trottoir ists eng: Die Füllinsdörferstrasse in Giebenach.

Ohne Trottoir ists eng: Die Füllinsdörferstrasse in Giebenach.

NIZ

«Dass es einen Rückstau geben würde, war klar», sagt Björn Meyer, in der H 2-Projektleitung zuständig für den Hülftenkreisel. Seit Beginn der Osterwoche ist am Kreisel der vierspurige Anschluss Richtung Liestal gesperrt, weil Leitungen verlegt werden: Der Verkehr wird für insgesamt zwei Wochen über die neue zweispurige Rheinstrasse-Brücke geführt (die bz berichtete). «Die Leute waren am Anfang verunsichert; der Reissverschluss funktionierte noch nicht», berichtet Meyer. Gestern habe sich die Situation dem Anschein nach aber bereits verbessert.

Keine Probleme in Frenkendorf

Während die angrenzenden Gemeinden Pratteln, Frenkendorf und Füllinsdorf laut Aussage der Verwaltungen noch keine ernsthaften Probleme mit den Morgen- und Abendstaus festgestellt haben, macht sich Giebenachs Gemeindepräsidentin Katharina Thommen durchaus Sorgen. Zwar liegt der kleine Ort abseits aller Verkehrsachsen. Doch wenn diese verstopft sind, dient eben genau die Giebenacher Durchgangsstrasse als Ausweichstrecke.

«Viel Verkehr sind wir uns gewohnt», sagt Thommen. Einen Unterschied durch die momentane Verkehrsführung an der Hülften könne sie deshalb nicht feststellen; als Ausweichstrecke für Rheinstrassen-Stau-Gefrustete diente Giebenach schon immer. Viel grössere Probleme befürchtet Thommen jedoch, wenn wohl im kommenden Jahr die Hauptstrasse in Augst wegen Sanierungsarbeiten einseitig gesperrt wird. Dann werde Giebenach nicht nur als Nord-Süd- sondern auch als West-Ost-Ausweichroute dienen. Ein besonderer Engpass könne dabei die Füllinsdörferstrasse werden, weil diese auf grosser Strecke keine Trottoirs besitze.

«Der Kanton weiss seit 20 Jahren von unserem Problem», sagt Thommen, «jetzt hat er uns versprochen, bis 2014/15 eine Lösung zu finden.» Kantonsstrassenplaner Urs Hess bestätigt diese Zusage. Es gebe in der Füllinsdörferstrasse gewisse Gefahrenstellen, die man mit einem Trottoir beheben könnte: «Im Moment sind wir am Studieren, wo genau wir es anlegen sollten.»

Keine Verkehrsdaten aus Giebenach

Bisher habe die Strasse allerdings keine grosse Priorität gehabt, weil die Fahrbahn an sich noch in gutem Zustand sei. Hess hat Verständnis für die Bedenken der Giebenacher. Aber er stellt auch klar: «Verkehrsempfinden ist immer subjektiv. Relativ gesehen ist die Füllinsdörferstrasse aber nicht stark befahren.» Verkehrszählungen gebe es allerdings gerade aus diesem Grund keine aktuellen.

H 2-Projektleiter Meyer hofft derweil, dass sich der Stau an der Hülften auch noch in der kommenden Woche, wenn die Ferien vorbei sind, in Grenzen halten wird. «Das ist immer schwer einzuschätzen; wir empfehlen deshalb weiterhin die grossräumige Umfahrung über die A 2 und Sissach.» Jedenfalls werden sich die Autofahrer ab dem Sommer wieder auf Staus einrichten müssen: Wenn der Kreisel an den Schönthaltunnel angeschlossen wird, wird der Verkehr erneut über die zweispurige Brücke geführt.

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