Laufen
Die Burger wehren sich: Laufner Gesundheitszentrum soll nicht an den Bahnhof zügeln

Jetzt schaltet sich neben jenen, die für den Erhalt des Laufner Spitals kämpfen, eine weitere Stimme in die Debatte ein: Die Burgergemeinde befürwortet zwar die Transformation in ein ambulantes Zentrum, will aber, dass dieses im alten Spitalgebäude bleibt. Dafür will sie das Haus kaufen.

Michael Nittnaus
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Der Kanton will das Land zurückgeben, doch was mit dem alten Laufner Spitalgebäude geschieht, ist unklar.

Der Kanton will das Land zurückgeben, doch was mit dem alten Laufner Spitalgebäude geschieht, ist unklar.

Nicole Nars-Zimmer

Am Samstag wird demonstriert im Stedtli. Die Kämpfer für den Erhalt des Laufner Spitals haben für 15 Uhr zu einer Kundgebung auf dem Rathausplatz gerufen. Der Stadtrat hat die Veranstaltung unter Auflagen bewilligt, maximal 300 Personen dürfen daran teilnehmen. Neckisches Detail: Zuständiges Stadtratsmitglied ist Simon Felix, einer der Köpfe des Widerstands gegen das geplante ambulante Gesundheitszentrum.

Nicht unter den Demonstranten weilen wird Marcel Jermann. Dabei könnte man meinen, der Präsident der Burgergemeinde Laufen-Stadt würde für dasselbe kämpfen: «Ich bedaure schon, dass das Spital schliessen muss», sagt er zur bz. Jermann setzt sich im Namen der Burgergemeinde für eine Weiternutzung des Spitalgebäudes ein. Dies aber – im Gegensatz zur IG Pro Spital – nicht, um ein Grundversorgerspital zu erhalten. «Dort ein vollwertiges Spital weiterzubetreiben ist wohl illusorisch, aber das sowieso geplante ambulante Zentrum sollte nicht wegziehen», sagt er.

Das Spitalgebäude sei in keinem so schlechten Zustand, als dass man dort kein modernes Angebot betreiben könnte. Damit steht Jermann quer zu den Plänen des Kantonsspitals Baselland (KSBL) und des privaten Gesundheitsdienstleisters Medbase, die als Betreiber das Gesundheitszentrum nach einer Übergangsphase zirka 2023 vom Spitalgebäude an einen neuen, zentraleren Standort in Bahnhofsnähe zügeln wollen.

Burgergemeinde will das Spitalgebäude kaufen

So klar dieser Plan von den beiden Betreibern – und alleinigen Entscheidungsträgern – schon kommuniziert wurde, Jermann hat noch nicht aufgegeben: «Ich persönlich glaube weiter daran.» Sein Plan fusst auf zwei Schritten, von denen zumindest der erste eintreffen dürfte: Erst am Mittwoch gab der Kanton bekannt, dass er beabsichtige, das Spitalareal an der Lochbruggstrasse den früheren Besitzern, der Einwohnergemeinde und der Burgergemeinde Laufen-Stadt, unentgeltlich zurückzugeben.
Der Kanton wird noch diesen Sommer mit beiden Parteien an einen Tisch sitzen, um die Rahmenbedingungen dieses Deals zu besprechen. «Unser wichtigstes Ziel ist, unser damals für den Spitalbau geschenktes Land zurückzubekommen», sagt Jermann. Konkret gehören der Burger- knapp 7000 und der Einwohnergemeinde etwa 15000 Quadratmeter, wie Olivier Kungler, Generalsekretär der Volkswirtschafts- und Gesundheitsdirektion, auf Anfrage sagt. «Das Spitalgebäude steht aber ziemlich genau auf unserem Teilstück», betont Jermann.

Wir sind keine Spekulanten, die das Gebäude abreissen und das Land für den Bau schicker Einfamilienhäuser verkaufen wollen.

(Quelle: Marcel Jermann, Burgergemeinde Laufen-Stadt)

Und damit kommt er zum zweiten Schritt seines Plans: «Wir haben schon länger beim Kanton den Wunsch deponiert, das Gebäude kaufen zu wollen.» Dies bestätigt Kungler. Weiter ist man aber noch nicht. Wie Jermann anmerkt, kenne man ja auch noch nicht das Preisschild für den Altbau. Da der bisherige Eigentümer, das KSBL, die Immobilie just mit dem Geschäftsjahr 2019 abgeschrieben hat, sei der Buchwert bei Null, erklärt Kungler. Der Verkaufswert hänge vom Zustand des Gebäudes und von der angestrebten Nutzung ab. Kungler sagt auch: «Wir wollen nicht Profit daraus schlagen, sagen aber auch nicht einfach wie beim Land, dass wir das Gebäude gratis abgeben.»

Einwohnergemeinde möchte bei Kauf mitreden

Auch Jermann möchte etwas klarstellen: «Wir wollen das Gesundheitszentrum nicht bloss am Ort halten, weil wir dann schon einen grossen Ankermieter auf sicher hätten.» Überhaupt möchte er die Motivation der Burgergemeinde ins rechte Licht rücken. «Wir sind keine Spekulanten, die das Gebäude abreissen und das Land für den Bau schicker Einfamilienhäuser verkaufen wollen.»

Darin ist man sich mit der Einwohnergemeinde einig. Stadtpräsident Alexander Imhof ist überzeugt, dass nur eine gemeinsame Lösung für das Spitalareal Sinn macht. Denn: «Auch wir wollen beim Kauf des Gebäudes ein Wörtchen mitreden.»

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