Innovationsförderung
Der interkantonale Verein i-net organisiert Treffen zwischen Ideen und Geld

Der vor einem Jahr vorgestellte interkantonale Verein i-net hat die Startphase bewältigt. Die gemeinsame Innovationsförderung der Kantone Aargau, Baselland, Basel-Stadt und Jura bekam bisher positive Rückmeldungen aus der Wirtschaft.

Daniel Haller
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Vertreter von i-net und der Kantonsregierungen, von links Christof Klöpper (i-net), Michael Bornhäusser(i-net), Peter Zwick (BL), Christoph Brutschin (BS), Urs Hofmann (AG) und Michel Probst (JU). Martin Töngi

Vertreter von i-net und der Kantonsregierungen, von links Christof Klöpper (i-net), Michael Bornhäusser(i-net), Peter Zwick (BL), Christoph Brutschin (BS), Urs Hofmann (AG) und Michel Probst (JU). Martin Töngi

«Die Aufbauphase ist gut angelaufen, wir haben zu i-net positive Rückmeldungen aus der Wirtschaft», berichtet René Merz, stellvertretender Generalsekretär der Baselbieter Volkswirtschaftsdirektion. Auch Samuel Hess, Leiter Wirtschaft im AWA Basel-Stadt zeigt sich «sehr zufrieden», wie sich die vor einem Jahr in Liestal offiziell aus der Taufe gehobene gemeinsame Innovationsförderung der Kantone Aargau, Baselland, Basel-Stadt und Jura entwickelt.

Im Gegensatz zum Jura und Aargau, die je eine eigene Innovationsförderung haben, und dem Baselbiet, wo das CSEM diese Funktion übernimmt, habe Basel-Stadt mit seinem Technologiepark nur «Hardware». «Wir haben die Vernetzungsfunktion, die Software der Innovationsförderung, vollumfänglich i-net übertragen», erklärt Hess.

i-net als Begegnungs-Manager

Vernetzung ist ein entscheidender Faktor. So baut Novartis den Campus nicht nur aus Freude an Repräsentations-Architektur. Vielmehr sollen die Forscher sich auf dem Gelände so wohlfühlen, dass sie sich beim Einkaufen, in der Kinderkrippe oder beim Relaxen auf dem Rasen zusammentreffen. Diesen informellen Austausch nutzt Novartis als Produktionsfaktor, denn neue Lösungen entstehen vor allem dort, wo in unterschiedlichen Bereichen tätige Menschen sich begegnen.

Genau diesen Effekt soll i-net in fünf Technologiefeldern mit Themen-Veranstaltungen in den vier beteiligten Kantonen erreichen. So haben Ende März Doktoranden aus der ganzen Schweiz im Kongresszentrum Basel vor Vertretern unter dem Titel «NextNanoStars» Vertretern der Wirtschaft ihre Forschungsprojekte präsentiert. Am kommenden Mittwoch treffen sich Vertreter des CSEM, der BASF (Basel) und Rolic (Allschwil) mit Firmenvertretern in Muttenz zum Thema «Gedruckte und organische Elektronik». Und Anfang Mai organisiert i-net in Aarau den Anlass «Thinking outside the box». Dies trifft den Kern des Anliegens: Der innovationstreibende Campus-Effekt soll gerade nicht hinter dem Zaun eines Firmengeländes zum Tragen kommen, sondern Forschende sollen sich über Unternehmens- und Hochschulgrenzen hinweg begegnen.

Dabei gilt das Prinzip, dass die Themen durch die Wirtschaft definiert werden: «Unser Auftrag ist wirtschaftsnah zu handeln», betont Geschäftsführer Christof Klöpper.

Erweitertes Angebot

Nachdem die vier Volkswirtschaftsdirektoren i-net im Liestaler Landratssaal vorgestellt hatten, begann für Klöpper die Aufbauarbeit: Die Vorläuferorganisation musste aus dem AWA Basel herausgelöst werden, ein Team für die Technologiefelder Cleantech, Life Sciences – da ist Biovalley mit involviert – und Informationstechnologie auf die Beine gestellt und in den neu hinzu gekommenen Kantonen Kontakte geknüpft werden. Das Thema Nano ist im Aargau und Medtech im Jura angesiedelt und wird in Partnerschaft mit Creapole vorangetrieben.

Auch die Dienstleistungspalette wurde ausgebaut:

Technologie-Events richten sich an die jeweilige Branche.

In «Technology Circles» treffen sich Experten in Arbeitsgruppen.

Business-Circles bearbeiten Firmen-übergreifend Themen wie Patentierung, Finanzierung oder Internationalisierung.

In «Businessplan Challenges» können Jungunternehmer ihr Vorhaben kritischen Experten unterbreiten.

In «Show cases» können Unternehmen die i-net-Kontakte nutzen : So konnte das Start-up Medical Insights durch die Vermittlung von i-net seine Geschäftsidee – ein Tablet-Infodienst für Ärzte – in Boston präsentieren.

Dabei sieht sich i-net nicht als Firmenansiedler – dafür gibt es beispielsweise BaselArea. «Unsere Stärke ist vielmehr, dass wir wissen, wer was wo kann und macht», erklärt Thomas Brenzikofer, der bei i-net das Technologiefeld ICT managt.

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