Natur
Der Honigweg: Auf den Spuren eines edlen Naturprodukts

In Rünenberg wird am Sonntag der dreieinhalb Kilometer lange Honigweg still eröffnet. Auf Tafeln entlang des Weges erfährt man viel Wissenswertes über den Honig. Die interaktiven Elemente fehlen wegen der Coronakrise vorerst noch.

Ueli Frei
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Hedwig Gehrig ist verantwortlich für die Qualität des Honigs.

Hedwig Gehrig ist verantwortlich für die Qualität des Honigs.

Ueli Frei

Eigentlich produzieren die Bienen Honig als Nahrungsvorrat für den Winter. Doch schon vor über 8000 Jahren entdeckte der Mensch dieses wertvolle Nahrungs- und Heilmittel. Professionalisiert wurde die Honigsuche im Mittelalter durch die Zeidler. Ein ausgehöhlter Baumstamm mit Einflugloch für die Insekten und Zugang für den Imker diente als Bienenhaus und Depot für die Waben.

Der Zeidlerbaum, der das Publikum schon anlässlich der Waldtage vom letzten Herbst begeisterte, gilt als eine der Hauptattraktionen des Honigwegs in Rünenberg. Übermorgen Sonntag wird das Projekt infolge der Corana-Restriktionen «still», das heisst ohne Ansprachen und Würdigungen, eröffnet, wie Marcel Strub erklärt. «Für 2021 ist ein grosses Honigwegfest geplant», so der Leiter der Fachstelle Bienen der Kantone Baselland, Basel-Stadt und Solothurn.

Informationstafeln an 13 Posten

Gestern Donnerstag montierten Strub und seine Leute die Informationstafeln der 13 Posten entlang des Weges, der auf dreieinhalb Kilometern über Asphalt- und Naturstrassen führt. Bei den Linden, dem Startpunkt des Honigwegs, nur wenige Gehminuten von der Postautohaltestelle Mitteldorf entfernt, sorgt die Windlast für Diskussionen.

An der direkt daneben liegenden Wetterstation wurden während des Sturms Petra Windgeschwindigkeiten von 148 Kilometern pro Stunde gemessen. Am Sonntag sei (fast) alles bereit, sagt Strub. Einzig die drei interaktiven Elemente sind infolge der Corona-Krise verspätet und werden erst in den kommenden Wochen installiert. Als weitere kleine Einschränkung könne im Blumenatelier in Rünenberg zwar Honig gekauft, aber nicht probiert werden.

Eine Degustation sei aus hygienischen Gründen momentan nicht möglich. Hedwig Gehrig lieferte den Grossteil der Texte. In ihrer Funktion als Honig-Obfrau des Bienenzüchterverbandes beider Basel zeichnet sie für die Qualität dieses Naturprodukts verantwortlich. «Nicht nur für die Qualität des Produkts, auch für jene der Etikettierung», präzisiert Gehrig.

«Honig ist keine Einheitsware»

Bei Beanstandungen vermittelt sie zwischen dem Amt für Lebensmittelsicherheit und den Imkern. Meist reiche ein Hinweis an den Imker, um das Problem zu beheben. «Honig aus der Region ist keine Einheitsware, die immer gleich schmeckt», sagt Strub. Auf die Arbeit der Bienen hätten wir keinen Einfluss. So sei es möglich, dass im gleichen Dorf zur gleichen Zeit, aber an verschiedenen Standorten geschmacklich unterschiedlicher Honig entsteht.

«Honig ist ein Naturprodukt», lautet die Hauptbotschaft des Honigweges. Trotz verspäteten Elementen und kleinen Einschränkungen gebe es aus finanzieller Sicht Erfreuliches zu berichten, gibt Strub zu Protokoll. Das Budget von 120 000 Franken sei dank Sponsoren, Partnern und Gönnern zusammengekommen. Baselland Tourismus als Hauptpartner finanziert den Honigweg über den Gasttaxenfonds zu gut einem Drittel.