DJ Bazooka
Der Baselbieter DJ Bazooka ist der zweitbeste Partyrocker der Welt

Konfettiregen und 1300 fasziniert johlende Partygänger, der Basler DJ Bazooka hat geschafft, wovon viele träumen: Wenn der 26-Jährige an seinen Plattentellern steht, ist gute Laune einfach vorprogrammiert. Dies weiss nun die ganze Welt.

Christoph Merki
Drucken

Am Weltfinale des besten Partyrockers in Vancouver wurde Bazooka nämlich zum Vizemeister gekürt. Nur gerade der Kanadier DJ Hedspin konnte die Jury noch mehr begeistern. Ein verschmitztes Strahlen tritt auf sein Gesicht, wenn der der gebürtige Baselbieter von seinem Abenteuer auf der DJ Weltbühne erzählt. Geschichtsträchtig nur schon der Austragungsort des Finals, der «Commodore Ballroom».

So haben schon James Brown, U2, Tina Turner oder Rapper Snoop Dogg in den Räumlichkeiten für musikalische Höhenflüge gesorgt. Doch einfach war der Weg in die kanadische Metropole nicht. Zuerst stand in Zürich die Qualifikation für das Schweizer Finale in Lausanne an, welches der sympathische Basler ebenfalls rockte und sich das Ticket nach Vancouver sichern konnte.

Roter Faden und «Jodel»

Der knapp eine Woche dauernde «Battle» hinterliess jedoch sogar bei DJ Bazooka seine Spuren. «Ich war am Ende schon ziemlich auf der Schnauze», meint er. Obschon Roman Blum, wie Bazooka mit richtigem Namen heisst, erst am Donnerstag zur Qualifikation für das Finale antreten musste, liess er keine Party sausen und verfolgte die Performance seiner 17 Mitstreiter um den Titel immer live. «Ich habe sicher auch viel von den anderen DJs für mich mitnehmen können», hat sich der Ausflug nach Übersee für Bazooka schon gelohnt. So hätten viele DJs mit dem für ihr jeweiliges Land charakteristischen Style aufgewartet.

Der Brasilianer Nedu Lopes etwa versuchte mit Baile-Funk und der aus Chile stammende DJ Byte mit Cumbia die Menge für sich zu gewinnen. Doch sie alle hatten mit Ausnahme des Kanadiers gegen die Konfetti-Bazooka und den Partymix made in Switzerland keine Chance. Sogar eine Jodeleinlage beinhaltete das Set von DJ Bazooka, erzählt der gewitzte Student. «Eigentlich wollte ich die Schweizer Musik repräsentieren, doch es gibt leider sehr wenig international Bekanntes», begründet er seine Stückauswahl.

Bewusst auf bekannte Lieder verzichtet

Auch konzentrierte er sich nicht auf einen Stil, sondern mixte Drum n'Base, Rock, Dubstep, HipHop und Kuduro zu einem launigen Feuerwerk. «Ich habe bewusst auf die bekanntesten Lieder verzichtet. Schliesslich muss es zusammenpassen, einen roten Faden haben und mit einem Knall aufhören», verrät Bazooka sein Erfolgsrezept. Für Sympathien beim kanadischen Publikum wird jedoch seine noch kurz vor dem Weltfinale eingebaute Baile-Funk Version von «Hockey Night» gesorgt haben.

Unterstützung bekam der ruhig scheinende Strahlemann bei seinen Auftritten aber ebenso von seiner Freundin und drei Kollegen, die eigens für den Contest mitgereist waren. Auch in Vancouver wohnhafte Auslandschweizer seien jeweils zu seinen Sets aufgetaucht, freute sich DJ Bazooka über die schweizerische Verbundenheit.

Sportlehrer und DJ

Wie sich der Erfolg des aufstrebenden DJs in Vancouver jedoch auswirkt, stehe noch völlig in den Sternen. Auch wenn der zweite Platz sicherlich als Sprungbrett in den Pool der ganz grossen Könige der Plattenteller gesehen werden kann, bleibt Blum bodenständig. «Es ist sicherlich ein grosser Schritt vorwärts. Was folgt, wird sich weisen», lässt der im Gundeli in einer WG wohnende Blum die Zukunft auf sich zukommen.

So stünde erst noch der Masterabschluss an der Uni Basel an, wo er Sport und Geschichte studiert. Eine Kombination als Sportlehrer unter der Woche und DJ am Wochenende könnte er sich jedoch sehr gut vorstellen, wie der ebenfalls leidenschaftliche Zeichner weiter verrät. Auch seine Fans in Basel können sich also weiterhin auf groovige Partys mit DJ Bazooka freuen, die nächste am 29. Dezember im Singerhaus und Ende Januar im Nordstern.

Auch wenn seine Engagements sicherlich nicht abnehmen werden - noch überwiegen die Erinnerungen an eine eindrückliche Woche in Kanada und seinen Erfolg auf der musikalischen Weltbühne: «Hier mitzumachen, war eine Ehre und die ganze Woche ein wahnsinniges Erlebnis.»

Aktuelle Nachrichten