Deponie am Wischberg
Hemmiken stimmt nach abermaliger Spitzkehre einem Vergleich mit Landwirt und Kanton zu

Nach einer Intervention von Regierungsrat Isaac Reber kann nun unterhalb der Deponie eine Entwässerungsleitung gebaut werden.

Andreas Hirsbrunner
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Die zentrale Frage am Wischberg ist nach wie vor offen: Inwieweit ist die überladende Deponie oben im Wald für die Schäden am darunterliegenden Hof Maiberg verantwortlich?

Die zentrale Frage am Wischberg ist nach wie vor offen: Inwieweit ist die überladende Deponie oben im Wald für die Schäden am darunterliegenden Hof Maiberg verantwortlich?



Archivbild: Kenneth Nars

Es könnte einem fast schwindlig werden beim Verfolgen des Kurses des Hemmiker Gemeinderats: Letzten Herbst sagte er zuerst Ja zu einem vom Kantonsgericht ausgearbeiteten Vergleich zum Bau einer Entwässerungsleitung am Wischberg. Dann zog er die Zustimmung aus unerfindlichen Gründen zurück - «wir sind der Öffentlichkeit keine Rechenschaft schuldig», sagte damals der Gemeindepräsident gegenüber der bz. Gestern teilte die Bau- und Umweltschutzdirektion nun mit, dass die Gemeinde dem Vergleich doch zustimme.

Das heisst, dass sich Hemmiken verpflichtet, auf eigene Rechnung eine 125 Meter lange Entwässerungsleitung unterhalb der Deponie Wischberg zu bauen, die das Oberflächenwasser ins bestehende Drainagesystem ableitet. Damit soll verhindert werden, dass dieses Wasser unkontrolliert über die darunterliegende Wiese des Maiberg-Bauern Alfred Suter abfliesst. Bauer und Kanton akzeptierten den Vergleich bereits letzten Herbst.

Die grosse Schlacht steht noch bevor

Was hat zur erneuten Kehrtwende des Hemmiker Gemeinderats geführt? Andres Rohner, Leiter des Rechtsdiensts der Bau- und Umweltschutzdirektion, sagt: «Der Gemeinderat ist auf seinen ablehnenden Entscheid zurückgekommen, nachdem Regierungsrat Isaac Reber interveniert hatte.» Für Reber sei dieser Vergleich eine einmalige Chance, ein Thema am Wischberg zu erledigen.

Die grosse Auseinandersetzung steht aber noch bevor: Weil die ehemalige Mergelgrube mit nicht bewilligtem Material überladen wurde, das auf eine Inerstoffdeponie gehört, muss die Gemeinde nun nachträglich ein Baugesuch für eine Deponiebewilligung einreichen. Damit sie das kann, müssen laut Rohner die unterirdischen Wasserabflüsse geklärt werden. Doch über die entsprechenden Messstellen und das Messprogramm hätten sich Gemeinde und Bauer Suter noch nicht einigen können. Rohner ist nach der Unterzeichnung der jetzigen Vereinbarung aber zuversichtlicher als auch schon: «Dass sich alle im Vergleich gefunden haben, ist ein gutes Zeichen dafür, dass zumindest ein Stück weit eine Vertrauensgrundlage vorhanden ist.»

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