SVP-Wahlkampf
De Courten sonnte sich im Schatten von Toni Brunner

Toni Brunner rührte in Aesch die Werbetrommel für Baselbieter Regierungskandidaten. Zahlreich strömen die Frauen und Mannen in den Chesselisaal des Aescher Gasthofs Mühle, bis auch der letzte Platz besetzt ist.

Stephanie Weiss
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SVP-Sonnenschein Toni Brunner kam, sah und signierte. Im Hintergrund Thomas de Courten..

SVP-Sonnenschein Toni Brunner kam, sah und signierte. Im Hintergrund Thomas de Courten..

Stephanie Weiss

Toni Brunner beehrt das Baselbiet mit einem Besuch, um sich von Thomas de Courten zu seinem Buch interviewen zu lassen. Im Saal begrüsst man sich mit Handschlag, macht hier einen politisch nicht ganz korrekten Spruch und klopft dort auf eine Schulter. Viele kennen Toni Brunner persönlich, lassen sich mit ihm fotografieren und eine Widmung ins Buch schreiben. Er malt gleich noch das SVP-Sünneli dazu.

Der ehemalige SVP-Nationalrat aus dem Toggenburg hat keinerlei Berührungsängste und geniesst das Bad in der Menge, während sich der Baselbieter Regierungskandidat de Courten eher im Hintergrund hält. Auch Norbert Lanz aus Reinach, ein überzeugtes SVP-Mitglied, ist nach Aesch gekommen. Der 83-Jährige kennt die beiden Politiker schon seit vielen Jahren und hat das Buch bereits gelesen. «Es ist sehr lustig geschrieben – mitten aus dem Leben.» Als Kantonalparteichef Oskar Kämpfer die Veranstaltung eröffnen will, versagt ihm das Mikrofon den Dienst. «Meine Stimme ist aber laut genug», ruft er in den Saal und erntet den ersten Applaus.

Nachhaltigkeit mit de Courten

Bei Thomas Webers Rede klappt es wieder mit der Technik. «Die SVP steht für die Schweiz ein, für die Freiheit», verkündet der SVP-Regierungsrat. Die erfreuliche finanzielle Lage des Kantons wolle man mit de Courten als zweitem SVP-Mitglied in der Regierung nachhaltig machen. Erneut zustimmende Worte. Auch gesungen wird. Weber stimmt das Baselbieterlied an, worauf sich alle erheben und mit Inbrunst mitsingen. Brunner dirigiert schwungvoll.

Die Medien kommen an diesem Abend eher schlecht weg, denn sie sind hier für viele dafür verantwortlich, dass die SVP so kritisch betrachtet wird. Weiter geht es mit einem unterhaltsamen Gespräch über die Stationen in Brunners Leben, angefangen bei seiner Kindheit auf einem Bergbauernhof im Toggenburg, über die unerwartete Wahl in den Nationalrat 1995 bis zur darauffolgenden Blütezeit der SVP. Er erzählt viele Anekdoten aus seiner politischen Karriere, spickt seine Rede mit Witzen und markigen Sprüchen. Die Stimmung im Saal ist entsprechend gehoben. Selbst auf den sonst ernsthaft wirkenden de Courten färbt dieser Glanz ab, er gibt sich fröhlich.

Bergbauer in den Teppichetagen

Nur zwischendurch ziehen dunkle Wolken auf, etwa als das Kapitel über die Abwahl von Christoph Blocher zur Sprache kommt. Die Frau von Felsberg, deren Namen Brunner gar nicht in den Mund nehmen möchte, sei schuld daran gewesen. Empörte Ausrufe flankieren seine Worte. «Nach dieser skandalösen Abwahl bin ich in die SVP eingetreten», erzählt eine ältere, aristokratisch wirkende Dame, die einen Grossteil des Jahres in Frankreich wohnt.

Wir waren immer auf der gleichen Linie, auf ihn war stets Verlass. Mit ihm würde ich sogar in die Ferien gehen.

(Quelle: Toni Brunner über den Baselbieter Regierungskandidaten Thomas de Courten)

Nach Blochers Abwahl übernahm Brunner das Parteipräsidium. «Dabei habe ich einiges erlebt, das man als Bergbauer sonst nicht erlebt.» Viele Teppichetagen und namhafte Persönlichkeiten habe er besucht. Mit den Leuten bei einem Bier zusammenzusitzen, habe ihm aber immer mehr zugesagt, beeilt er sich zu sagen. Brunner glaubt, dass Thomas de Courten es in den Baselbieter Regierungsrat schaffen wird. Brunner kennt Nationalrat de Courten aus dem Parlament gut. «Wir waren immer auf der gleichen Linie, auf ihn war stets Verlass. Mit ihm würde ich sogar in die Ferien gehen.» Das sei nicht selbstverständlich, in der Politik gebe es viele Wendehälse.

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