Überbauung
Das ehemalige Schär-Areal in Reinach wird urban

Im Reinacher Schär-Areal sind Häuser mit vier bis neun Geschossen geplant. Am meisten Sorgen machen Schattenwurf und Verkehr.

Thomas Brunnschweiler
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Es ging ein Raunen durch den Raum, als von einer Bauzeit von drei bis fünf Jahren die Rede war.

Es ging ein Raunen durch den Raum, als von einer Bauzeit von drei bis fünf Jahren die Rede war.

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Schon lange ist den Reinachern der Anblick des von Sträuchern und Neophyten überwucherten Schär-Areals ein Dorn im Auge. Dass hier einmal gebaut würde, war allen klar. Seit Quartierplanungspflicht besteht, wissen die Anwohner auch, dass die Bebauung verdichtet wird, was unter Wahrung von Grünflächen zu höheren Bauten führt.

Angesichts der unterschiedlichen, teilweise widersprüchlichen Erwartungen der Anwohner grenzt die Planung einer solchen Überbauung jedoch an die Quadratur des Kreises.
Die Aula des Schulhauses Bachmatten war fast bis auf den letzten Platz gefüllt, als Natalie Grob von St. Alban Liegenschaften das Podium vorstellte.

Sie und Benno Büchel von der Spaini Bau AG waren als Vertreter der Eigentümer anwesend. Zuerst gab Büchel einen kurzen Abriss über die Geschichte des Areals. Von den ursprünglich projektierten acht Baukörpern bleiben im neuen Konzept noch sieben Häuser mit Vollgeschossen. Geplant sind 144 Wohneinheiten. Das bedingt Häuser mit vier bis neun Geschossen.

Eigentümer können mitwirken

Gemeindepräsident Urs Hintermann betonte die Bedeutung der Landreserve, die seit der Genehmigung des Zonenplans in der Zone mit Quartierplanungspflicht liegt. Damit werden die Eigentümer in ihrer Freiheit zwar eingeschränkt, sind aber nicht von der Mitwirkung in der Feinplanung ausgeschlossen. Das urbane Projekt von Kägi Schnabel Architekten dient als Grundlage für die Quartierplanung. Markus Kägi erklärte das Projekt und strich dessen Qualitäten hervor. Landschaftsarchitekt Andy Schönholzer erläuterte die Grünstrukturen und die raumbildende Grossvegetation.

Bei den Ausführungen über die Verkehrsfrage reagierten Teile des Publikums emotional. So kritisierten Teilnehmer die angebliche «Fehlplanung» der Einstellhalleneinfahrt, deren Lage zu Rückstaus führen könnte. Quartierplaner Gottfried Stierli machte deutlich, dass der Quartierplan «Schönenbach» und das dazu gehörende Reglement noch nicht feststünden. Erst im September wird der Quartierplan zur kommunalen Prüfung vorgelegt. Ende Jahr folgt ein öffentliches Mitwirkungsverfahren. Bis Mitte Februar 2016 soll der Quartierplan bereinigt sein, bis es im Juni 2016 zur öffentlichen Planungsauflage kommt. Ziel ist die Inkraftsetzung durch den Regierungsrat im September 2016.

Bauzeit von drei bis fünf Jahren

In der von Urs Hintermann moderierten Fragestunde ging ein Raunen durch den Raum, als von einer Bauzeit von drei bis fünf Jahren die Rede war. Auf die Frage, ob es Miet- oder Eigentumswohnungen gebe, konnten die Eigentümer noch keine klaren Auskünfte erteilen. Am meisten zu reden gab der Schattenwurf der hohen Gebäude und die veränderte Verkehrssituation. Insgesamt war aber nichts von einer generellen Front gegen das Projekt zu spüren, selbst wenn einzelne Anwohner besorgte Fragen stellten. Klar wurde, dass sich alle gut auf diesen ersten Informationsabend vorbereitet hatten.

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