Badewasser-Test
Darmbakterien-Alarm: Wo man im Baselbiet besser nicht baden geht

Vier Bäche im Kanton Baselland sind zum Baden nicht geeignet – das zeigte eine Testreihe des Kantonslabors. Der Grund ist die hohe Konzentration von Bakterien, wie sie unter anderem im Verdauungstrakt von Mensch und Tier vorkommen. Es handelt sich bei den betroffenen Gewässern allesamt um solche im ländlichen Raum

Benjamin Wieland
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Baden könnte ihre Gesundheit gefährden: In etlichen Gewässern im Baselbiet finden sich zu viele Bakterien – so auch im Marchbach in Oberwil.

Baden könnte ihre Gesundheit gefährden: In etlichen Gewässern im Baselbiet finden sich zu viele Bakterien – so auch im Marchbach in Oberwil.

Martin Töngi

Es gibt Gewässer in der Region Basel, in denen man sich besser keine Abkühlung gönnt. Denn verschluckt man sich beim Baden, kann das auf den Magen schlagen.

Zu den am stärksten mit Bakterien verunreinigten Flüssen gehören aber nicht etwa der Rhein oder die Birs, denen der Ruf nachhängt, sie seien besonders stark verdreckt. Nein, die schlechteste Badewasserqualität hatten bei einer Untersuchungskampagne des Baselbieter Kantonslabors vier kleinere Gewässer in ländlichen Gebieten: der Arisdörferbach, der Bennwilerbach, die Frenke und der Marchbach. Ebenfalls nicht sehr sauber sind der Birsig, die Hintere Frenke sowie der Hemmiker- und der Nünbrunnbach. Die ersten vier genannten Bäche sollte man zum Baden meiden. Bei den zuletzt genannten ist zumindest vom Tauchen abzuraten, ebenfalls ist zu empfehlen, nach dem Bad gründlich zu duschen.

Doch was genau ist in diesen Gewässern das Problem? Laut dem Amt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen wurden in den Wasserproben besonders viele Darmbakterien gefunden: Escherichia coli und intestinale Enterokokken. Beide kommen im Verdauungstrakt von Mensch und Tier vor.

«In geringen Konzentrationen sind diese Bakterien in der Regel harmlos», sagt der Baselbieter Kantonschemiker Peter Wenk. «Wenn ihre Konzentration aber ein gewisses Mass überschreitet, steigt das Risiko, dass auch andere Bakterien vorhanden sind, die für den menschlichen Organismus potenziell gefährlich sind, etwa Salmonellen.»

Lehrer wollten Klarheit

Laut Wenk sind die Hauptquellen der bakteriologischen Verunreinigungen die Landwirtschaft und Kläranlagen. Das erklärt auch das schlechte Abschneiden von Bächen: Bei ihnen ist der Anteil des Wassers, das aus Abwasserreinigungsanlagen stammt, höher als in grösseren Gewässern. In grossen Flüssen wird das verunreinigte Wasser auch besser und schneller durchmischt. Wenk betont, dass die Resultate des Test keine Rückschlüsse auf mögliche chemische Verunreinigungen zulassen. Diese seien für Badende jedoch in der Regel unbedenklich.

Den Anstoss zur Analyse gaben laut Wenk Schulen. Immer wieder hätten Lehrkräfte wissen wollen, wo sie mit Klassen bedenkenlos baden gehen können. «Nun haben sie zumindest einen Anhaltspunkt», sagt Wenk, «welche Flüsse und Bäche geeignet sind und welche nicht. Eine hundertprozentige Sicherheit, dass an einem bestimmten Ort keine Verunreinigung auftreten können, gibt es aber leider keine.»

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