Hégenheim
Bürgermeister Thomas Zeller: «Beziehung zu Allschwil ist wichtig»

Hégenheim grenzt an Basel und Allschwil an, somit fahren viele Grenzgänger durch das Dorf in die Schweiz. Der Maire (Bürgermeister) von Hégenheim, Thomas Zeller, möchte eine gute Beziehung zur Nachbarsgemeinde.

Peter Schenk
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Der Maire (Bürgermeister) von Hégenheim Thomas Zeller.

Der Maire (Bürgermeister) von Hégenheim Thomas Zeller.

Martin Töngi

Thomas Zeller (31) ist Ende März mit 62,5 Prozent überraschend deutlich zum neuen Maire von Hégenheim gewählt worden. Seine Vorgängerin Patricia Schillinger, die den Sozialisten angehört, kam nur auf 37,5 Prozent.

Zeller absolvierte eine Handelshochschule und betreibt in Ferrette eine Immobilienagentur. Er trat mit einer parteilosen Liste an, gehört aber «privat», wie er das nennt, der bürgerlichen UMP an. Für diese kandidiert er auf der Liste Ostfrankreich an sechster Stelle bei den Europawahlen. Chancen gewählt zu werden, hat er aber mit diesem Listenplatz nicht. Er will sich auf sein neues Amt als Maire konzentrieren.

Herr Zeller, wie stehen Sie zu Ihren Schweizer Nachbarn?

Thomas Zeller: Hégenheim grenzt direkt an Basel und Allschwil an und hat eine grosse Anzahl von Grenzgängern. Ausserdem fahren viele Grenzgänger auf dem Weg zur Arbeit in die Schweiz durch Hégenheim. Die Beziehung zu Allschwil ist wichtig für uns und wir werden in den nächsten Wochen Kontakt mit Allschwil aufnehmen, um uns regelmässig zu treffen. Verbesserungsmöglichkeiten sehe ich bei den Themen Verkehr und öffentlicher Verkehr. Es gibt sicher auch unterschiedliche Interessen, aber wichtig ist, im Kontakt zu bleiben.

Was halten Sie von dem IBA-Projekt, einen Landschaftspark zwischen Hégenheim, Bourgfelden und Bachgraben zu schaffen?

Die Details sind mir noch nicht bekannt, aber es ist grundsätzlich sicher ein gutes Projekt, dass die Lebensqualität aller drei Partner verbessert.

Ist es nicht frustrierend, dass die Jobs sich vor allem auf der Schweizer Seite befinden, in Frankreich aber ein Park entstehen soll?

Das kann schon frustrierend sein, aber es ist nun mal so, dass die Löhne in der Schweiz doppelt so hoch wie in Frankreich sind. Wir sollten uns ergänzen und uns keine Konkurrenz machen.

Ein grosses Problem von Hégenheim ist der Durchgangsverkehr. Zeichnen sich da Lösungen ab?

Täglich durchqueren in beiden Richtungen rund 12 000 Fahrzeuge Hégenheim. Seit langem gibt es ein Projekt einer Umgehungsstrasse, bei der der Verkehr von Hésingue aussen um Hégenheim herumgeleitet wird. Bis das Vorhaben umgesetzt wird, wird es aber noch dauern. Wir müssen uns auch mit den Schweizer Nachbarn absprechen, wo der Verkehr in der Schweiz ankommt.

Hat Sie das Ausmass Ihres Wahlsiegs überrascht?

Natürlich habe ich mir Hoffnungen gemacht zu gewinnen, aber das Ausmass war schon überraschend.

Wie erklären Sie sich das?

Ich denke, die Einwohner wurden nicht genügend in Entscheidungen einbezogen. Ausserdem war es für Frau Schillinger sicher schwierig, als Mitglied der Regierungspartei in einem Ort mit vielen Grenzgängern, die umstrittene Entscheidung mit zu vertreten, die Wahlfreiheit der Krankenkasse aufzuheben.

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