Verkehrssicherheit
«Breite Kreisel sind Todesfallen für Velofahrer»

In Allschwil wurde eine Velofahrerin auf der Kreuzugn von einem Lastwagen überfahren. In der Velostadt Basel und der Agglomeration gibt es noch weitere Todesfallen für Zweiradfahrer. Wo es besonders gefährlich ist.

Joël Hoffmann und Sanna You
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Am Dreispitz endet der Veloweg, bevor die Strasse dreispurig wird. Bilder: Sana You und Jo!el Hoffmann
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Wo es für Velofahrer besonders gefährlich ist
Am Aeschenplatz gibt es viele Fahrspuren, aber kein Lichtsignal.
Trotz Lichtsignalen ist der Burgfelderplatz ein komplizierter Knotenpunkt.
Die Fahrbahn des Kreisels an der Reinacherstrasse ist zu breit.
Beim Schauenburgerkreisel wurde eine Velounterführung gebaut.
Linksabieger müssen weiterhin die Fahrbahn wechseln.
Der Dorenbachkreisel in Basel ist besonders gefährlich. Fotos: sy

Am Dreispitz endet der Veloweg, bevor die Strasse dreispurig wird. Bilder: Sana You und Jo!el Hoffmann

Nach dem schweren Verkehrsunfall in Allschwil, als am Dienstag eine Velofahrerin von einem Lastwagen überfahren wurde, zeigte sich, wie schwach Fahrradfahrer im täglichen Verkehr sind. In Basel und der Agglomeration gibt es aber noch gefährlichere Kreuzungen als jene von Allschwil.

«Die Verwaltung hat einiges für die Sicherheit der Velofahrer getan», sagt zwar der Geschäftsführer von Pro Velo beider Basel, Roland Chrétien. In Basel als auch in Baselland sind die Zahl der Velounfälle um 20 bis 25 Prozent gesunken. Chrétien: «Das ist vielleicht auch auf das selbstbewusstere Auftreten der Velofahrer zurückzuführen.»

Zweispurige Kreisel als Todesfallen

Die Bemühungen der beiden Kantone gehen dem Verkehrs-Club der Schweiz und der Pro Velo aber zu wenig weit: «Die grössten Todesfallen sind zweispurige Kreisel», sagt Anita Lachenmeier. Die Präsidentin des VCS beider Basel und Nationalrätin der Grünen fordert ein Velonetz, das auch für unsichere Velofahrer Sicherheit bietet, beispielsweise mit durchgehenden Velostreifen.

Besonders gefährliche Orte für Fahrradfahrer sind die Kreisel beim Dorenbachviadukt in Basel oder bei der Motorfahrzeugkontrolle in Münchenstein. Der Leiter der Mobilitätsplanung Basel-Stadt, Benno Jurt, bestätigt, dass es in Basel einige heikle Verkehrsknoten gibt: «Viel befahrene Kreuzungen, mit mehreren Fahrspuren und ohne Lichtsignal, wie beim Kunstmuseum oder beim Aeschenplatz, oder der Dorenbachkreisel sind anspruchsvoll.»

Jurt sieht, im Gegensatz zum VCS und Pro Velo, noch keinen Handlungsbedarf. «Wenn wir etwas machen müssen, wird sich die Polizei bei uns melden.» Ende Juni erscheint der neue Velo-stadtplan. Jurt: «Wir haben darin die problematischen Orte markiert.»

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