Markthalle
Bei ihm kommen die Früchte aus dem Automaten

In der Markthalle gibt es seit rund einem Monat frische Früchte aus dem Automaten. Der Bauer Benjamin Meier aus Metzerlen erläutert die Idee hinter seinem Projekt.

Michel Ecklin
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Benjamin Meier aus Metzerlen betreibt den ersten Obstautomaten in der Basler Markthalle.

Benjamin Meier aus Metzerlen betreibt den ersten Obstautomaten in der Basler Markthalle.

Martin Toengi

Herr Meier, wie sind Sie auf die Idee gekommen, einen Früchteautomaten in die Basler Markthalle zu stellen?

Benjamin Meier: Bei unserem Hofladen in Metzerlen steht bereits ein solcher Automat. Der kommt gut an bei den Leuten. Daher hatten wir die Idee, so etwas auch in der Stadt anzubieten. Seit Anfang Juli steht jetzt unser Automat in der Markthalle.

Gibt es anderswo etwas Vergleichbares?

In deutschen Städten stehen ähnliche Automaten, für Eier aus Bodenhaltung. Damit macht man dort gute Erfahrungen. Ich wüsste aber nicht, dass dort Obst verkauft wird. Von einem Früchteautomaten der Schweiz habe ich noch nie etwas gehört.

Wie haben Sie Ihr Vorhaben umgesetzt?

Wichtig war für mich, dass der Automat gekühlt ist. Ich habe mich von der Firma Regiomat beraten lassen, die passende Geräte anbietet. Unser Automat funktioniert ähnlich wie diejenigen, die man an den Bahnhöfen sieht. Er hat aber keine Spiralen, sondern Förderbänder. Man kann darin sogar Eier und Glasflaschen anbieten, ohne dass sie kaputt gehen.

Welche Früchte bieten Sie an?

Angefangen habe ich mit Kirschen. Das war mir wichtig, denn Kirschen sind ein einzigartiges Produkt, wenn sie frisch sind. Doch die Kirschensaison geht zu Ende. Jetzt kommen wir mit Zwetschgen. Äpfel kann man das ganze Jahr anbieten, dazu Most. Vielleicht werden wir auch Honig, Konfitüre und Trockenfrüchte anbieten. Es wird sich zeigen müssen, was gut läuft. Gut möglich ist, dass ich mit einem anderen Bauern zusammen spanne, um im Frühling frische Beeren anzubieten.

Wie ist es das Projekt in den ersten Wochen angelaufen?

Die Kirschen laufen recht gut. Wir verkaufen ungefähr 20 Schalen pro Tag.

Fahren Sie jeden Tag von Metzerlen in die Markthalle, um den Automaten mit frischer Ware aufzufüllen?

Es wäre schön, wenn ich das tun könnte. Aber das wäre zu viel Aufwand. Ungefähr alle drei Tage fahre ich in die Markthalle, das muss reichen.

Und lohnt sich der Automat für Sie finanziell?

Das Ganze ist für mich ein Pilotprojekt. Momentan ist der Aufwand gross, es ist noch kein Supergeschäft. Wir haben mit der Markthalle vorerst einen Vertrag auf drei Monate abgeschlossen. Danach schauen wir, wie es weiter geht. Etwa ob man den Automaten besser in der Halle platzieren kann. Und es ist gut möglich, dass wir an anderen Orten in der Stadt weitere Automaten aufstellen. Das hängt nicht zuletzt davon ab, wie viel Umsatzbeteiligung wir dem Standort abliefern müssen.

Es gibt in der Markhalle bereits einen Gemüse- und Früchtehändler. Braucht es da Ihr Angebot?

Die Verantwortlichen der Markthalle waren begeistert von unserem Projekt, wir wurden mit offenen Armen empfangen. Wir profitieren davon, dass der Kunde nicht an Ladenöffnungszeiten gebunden ist. Unser allergrösster Vorteil ist aber, dass wir eine fast vollständige Kühlkette haben. Unsere Kirschen werden unmittelbar nach dem Pflücken gekühlt und bleiben es, bis der Kunde sie aus dem Automaten nimmt.