Yynegluegt
Baselbieter Destillen am nationalen Schnapsbrenntag

42 Brennereien haben am 2. nationalen Schnapsbrennertag unter dem Motto «Die Schweiz brennt» teilgenommen, darunter auch drei Baselbieter Destillen aus Ormalingen, Arisdorf und Reigoldswil. Noch erfüllt der Anlass die Erwartungen der Brenner nicht gänzlich, doch man ist auf gutem Weg. Dies zeigte am Samstag der Besuch bei der Ormalinger Brennerei Weidhöfler.

Lucas Huber (Text und Fotos)
Drucken
Teilen
Zapfen im Akkord ist für Brennerei-Mitarbeiter Zoran Bacic Daily Business. Allerdings hätte auch er auf dem Ormalinger Weidhof mit etwas mehr als den rund 60 Besuchern gerechnet.
6 Bilder
Hilft, wenn auf dem Weidhof Not am Mann ist: Raclette-Lady Anita Bögli aus Rothenfluh. Ackert sie nicht am Raclette-Öfeli, sorgt sie für gute Laune – und das seit Jahren.
Der Niederländer Eric Richter (r.) und Konrad Egg aus Sissach lassen sich keinen Brand entgehen.
Brennmeistergattin Annelies Schär verkauft nicht nur Hochprozentiges; mit dem hauseigenen Crème de Kirsch backt sie auch Torten.
Für Armin Mangold aus Ormalingen steht die Technik im Mittelpunkt. Ihn faszinieren das Brennerhandwerk und die Entstehung der Brände.
Schnapsbrenntag

Zapfen im Akkord ist für Brennerei-Mitarbeiter Zoran Bacic Daily Business. Allerdings hätte auch er auf dem Ormalinger Weidhof mit etwas mehr als den rund 60 Besuchern gerechnet.

Lucas Huber

Was der Wein kann, können Schnäpse schon lange, sagte sich der Schweizer Obstverband und proklamierte 2015 den nationalen Brennertag «Die Schweiz brennt». Schliesslich blickt die Schweiz auf eine lange Schnapstradition zurück, gerade in hiesigen Gefilden sind Kirsch und Veille Prune Teil von Kultur und Selbstverständnis. Vergangenen Samstag fand die zweite Auflage des Brennertages statt, 42 Brennereien, verteilt über die gesamte Schweiz, nahmen daran teil. Sie luden in ihre Brenn- und Probierstuben und liessen sich beim Einmaischen und Destillieren über die Schulter blicken – und luden natürlich zu ausgiebigem Degustieren.

So geschehen auch in Arisdorf bei der Brennerei Zuber, in Reigoldswil bei der Brennerei Wirz – und in Ormalingen bei der Brennerei Weidhöfler. Hier öffneten Annelies und Konrad Schär Tür und Tor und Whiskygrotte. Auf dem Weidhof entstehen nämlich nicht nur über 40 Obstbrände und Liköre, sondern auch Whisky. Noch ist es kein Whisky, der gerade im Brennhafen blubbert und schäumt, es surrt und dampft, und am Auslass läuft die klare Flüssigkeit aus, Brennen hautnah. «Darum geht es hier», sagt Konrad Schär – riechen, fühlen, spüren.

Hat der fertige Brand mindestens drei Jahre im Fass gelagert, darf er sich auch Whisky nennen – Single Malt aus Ormalingen. Der ist es auch, der sich am besten verkauft an diesem Brennertag. «Hier können wir auf unsere Kunden eingehen», erklärt Brennmeister Schär. Es gehe um den Austausch, die Leidenschaft, das Produkt – der Verkauf komme erst an zweiter Stelle. Trotzdem freut es ihn, dass Kathrin Schneider aus Ormalingen nicht nur am Himbeerlikör schnuppert, sondern auch ein Fläschchen kauft. Andere decken sich mit Cassislikör ein, mit Crème de Kirsch, Altem Apfel – und eben Whisky.

Aktuelle Nachrichten