Strafgericht
Barracuda-Raser soll wegen versuchter Tötung für sieben Jahre ins Gefängnis

Im Fall des Barracuda-Rasers wurden am Mittwoch die Plädoyers gehalten. Staatsanwältin Erika Kremniczky verlangte eine Freiheitsstrafe von sieben Jahren für den 56-jährigen Angeklagten, dies hauptsächlich wegen mehrfacher versuchter Tötung.

Patrick Rudin
Drucken
Teilen
Nach einer Verfolgungsjagd stoppten zwei Polizisten den Angeklagten bei Angenstein auf einem Grasstreifen. (Symbolbild)

Nach einer Verfolgungsjagd stoppten zwei Polizisten den Angeklagten bei Angenstein auf einem Grasstreifen. (Symbolbild)

Fotolia

Wie ein Schuss ins Bein den Barracuda-Raser stoppte

Es sollte ein gemütlicher Ausflug am Sonntagnachmittag mit dem Cabrio werden. Doch die Fahrt mit dem Plymouth Barracuda - einem Oldtimer, wie man ihn aus kultigen Filmen kennt - endete im Fiasko.

Nach einer Verfolgungsjagd stoppten zwei Polizisten den heute 56-jährigen Mann bei Angenstein auf einem Grasstreifen. Dann kam es zu einem Gerangel, und aus der Dienstwaffe des Polizisten lösten sich vier Schüsse. Einer davon traf den Raser ins Bein - und erst dann gab er seinen Widerstand auf.

«Weshalb bestätigt man den Abzug, wenn man nicht schiessen möchte? Er hatte keinen Grund, die Waffe in die Hand zu nehmen», sagte Kremniczky. Auch mit weiteren Trunkenheitsfahrten habe er sich als völlig unbelehrbar erwiesen.

Sein Verteidiger hingegen betonte, bereits die Messfahrt zweier uniformierter Baselbieter Polizisten in einem Zivilfahrzeug mit Aargauer Nummernschildern sei rechtswidrig gewesen. Nach dem Stopp des Fahrzeuges seien die Polizisten unbeherrscht gewesen, sie hätten wild durcheinandergeschrien.

Auch könne man seinem Mandanten nicht anlasten, dass im Gerangel ein Polizist seine Dienstwaffe verliere. «Er wollte nicht auf die Polizisten schiessen. Ob er überhaupt abdrücken wollte, wissen wir nicht.»

Da er inzwischen vom Alkohol losgekommen sei, genüge eine Bewährungsstrafe aufgrund der damaligen Trunkenheitsfahrten. «Ich bin nicht gewalttätig. Ich wollte nie jemandem Gewalt antun. Ich würde zugrunde gehen, wenn ich jetzt ins Gefängnis gehen müsste», betonte der 56-Jährige am Ende der Verhandlung. Die fünf Richter fällen ihr Urteil am Dienstag.

Aktuelle Nachrichten