Muttenz
Anlage kaum in Betrieb, schon Grund für Zwist

Es gibt Widerstand gegen einen Nachtragskredit für die neue Trinkwasseraufbereitungsanlage Obere Hard. Bereits im Rahmen der Budgetdebatte wurde eine «Maximallösung» in Sachen Öffentlichkeitsarbeit abgelehnt. Deshalb reagierte die Gemeindekommission ziemlich sauer, als der Gemeinderat den extra gekürzten Budgetposten via Nachtragskredit wieder aufstocken wollte.

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Keystone

Die Muttenzer Gemeindekommission fordert dazu auf, an der nächsten Gemeindeversammlung ein Nachtragskreditbegehren des Gemeinderats teilweise abzulehnen. Die Summe, um die es geht, ist zwar mit 27 000 Franken nicht besonders hoch, aber der ganze Vorgang doch ungewöhnlich.

Es ist das Geld für das Informationskonzept zur am vergangenen Samstag feierlich eröffneten Trinkwasseraufbereitungsanlage (TWA) Hard, welches den Widerstand der Gemeindekommissionsmitglieder weckt. Für künftige Besuchergruppen und Schulklassen möchte der Gemeinderat eine Multimediashow im Eingangsbereich anbieten, da er mit viel öffentlichem Interesse am architektonisch aussergewöhnlichen Gebäude und dessen technischen Innereien rechnet. Mit den bereits im Rahmen der Budgetdebatte bewilligten 30 000 Franken und den zusätzlichen 27 000 via Nachtragskredit soll in der TWA «etwas Ansprechendes» umgesetzt werden, wie es Gemeindeverwalter Aldo Grünblatt nennt; und zwar sowohl auf technischer wie danach auf durchführender Ebene. Der Haken an der Sache ist, dass bereits im Rahmen der Budgetdebatte eine solche «Maximallösung» in Sachen Öffentlichkeitsarbeit abgelehnt worden war, und die Gemeindekommission ziemlich sauer reagierte, als der Gemeinderat den von der Gemeindeversammlung extra gekürzten Budgetposten via Nachtragskredit wieder aufstocken wollte.

Es habe sich eine Art von «Denkzettel-verpassen-Stimmung» breitgemacht, stellt Gemeindekommissionspräsident Markus Brunner (SVP) fest: Die Ablehnungsempfehlung mit 9:6 Stimmen war die Folge. Doch Gemeindeverwalter Grünblatt verteidigt das Begehren. Erst nach der Budgetdebatte habe sich herausgestellt, dass mit den bewilligten 30 000 Franken «nichts Anständiges» umgesetzt werden könne. Darum habe sich der Gemeinderat für den Wiedererwägungsantrag entschieden.

Die «Denkzettel»-Stimmung spielte laut Brunner auch beim TWA-Hauptnachtragskredit über 1,32 Millionen Franken mit, den die Gemeindekommission nur knapp mit 9:7 zur Annahme durch die Gemeindeversammlung am 19. Oktober empfiehlt. Hier beanstanden die Kommissionsmitglieder, dass der «absehbare» Nachtragskredit wegen der Kostenüberschreitungen beim Bau «nicht zu einem früheren Zeitpunkt beantragt wurde». (bos)

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