Elba
Allschwil fordert einen Ausbau der Verkehrsinfrastruktur

Die Gemeinde Allschwil ist sich einig: Die Verkehrssituation in der Agglogemeinde muss sich verbessern. Deshalb sind die zwei Varianten des Entwicklungsplanes Leimental-Birseck-Allschwil (Elba), die noch im Oktober in den Landrat kommen, wichtig.

Boris Burkhardt
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Heimeliges Dorf oder städtische Dichte? In Allschwil findet sich beides. (Archiv)

Heimeliges Dorf oder städtische Dichte? In Allschwil findet sich beides. (Archiv)

Kenneth Nars

In einem sind sich die Allschwiler einig: «Wir haben lange genug mitbezahlt für andere Verkehrsprojekte. Jetzt sind wir dran.» Andres Linder, Hauptabteilungsleiter Tiefbau und Umwelt der Gemeinde, erklärte rund 50 Interessierten am Dienstagabend im Gasthaus Rössli, welche konkreten Auswirkungen die Entwicklungsplanung Leimental-Birseck-Allschwil, kurz Elba, für die Gemeinde haben wird. Die zwei Varianten «Umbau» und «Ausbau» jeweils mit den Zeithorizonten 2030 und 2050 sollen noch im Oktober in den Landrat kommen.

Eines der Hauptthemen des Abends, zu dem die FDP Allschwil eingeladen hatte, war der Autobahnzubringer zum Gewerbegebiet Bachgraben: Er ist nicht unumstritten, wurde aber bereits vom Regierungsrat ganz oben auf die Prioritätenliste gesetzt. Chienbergtunnel, H2 beziehungsweise A22, diese Projekte für mehrere hundert Millionen Franken seien bis jetzt einem Einwohnerradius von je etwa 10000 Menschen weit weg von Allschwil zugutegekommen, führte Linder aus; vom Zubringer profitierten jedoch 80000 Menschen in der direkten Umgebung.

Das Gewerbegebiet Bachgraben habe Potential für 6000 Arbeitsplätze, die Gemeinde Allschwil aber nur noch Platz für höchstens 3000 neue Einwohner. Gemeindepräsidentin Nicole Nüssli, ebenfalls FDP, bestätigte: «Kein Wachstum in Allschwil bedeutet auch weniger Wachstum im Kanton.» Deshalb gehe es bei Elba auch «um die Sache, nicht um die Ausgaben». «Es ist eine gefährliche Optik, nur auf das Geld zu schauen», warnte sie die Anwesenden. Diese waren sich deshalb mehrheitlich einig, die Empfehlung von Regierungs- und Gemeinderat zu übernehmen: die Variante Ausbau mit Trassensicherung Äussere Tangente.

Dass hier im gesamten Elba-Perimeter Kosten von 1,8 Milliarden den knapp 800 Millionen Franken für die Variante Umbau gegenüberstehen, hielt Linder mit Verweis auf die Wirtschaftlichkeit für vertretbar. Zahlen zur Wirtschaftlichkeit konnte er zwar keine liefern; doch bei der Variante Umbau bekäme Allschwil ausser dem Zubringer und einem Ausbau des Herrenwegs nur neue Hochleistungsbuslinien, für die zudem Häuser am Strassenrand abgerissen werden müssten. Die Variante Ausbau sehe hingegen zusätzlich eine Untertunnelung von Allschwil vor, die den Autobahnzubringer an die stadtnahe Tangente und womöglich an den Gundelitunnel anschlösse. Welche Kosten die Gemeinde Allschwil bei beiden Varianten selbst tragen müsste, konnten allerdings weder Linder noch Nüssli sagen.

Mit der Forderung nach der Variante Ausbau gehen die Allschwiler mit ihren Nachbarn in der Regionalplanung Plattform Leimental Plus einig. In Opposition stehen sie jedoch bei der Forderung nach der Trassensicherung der alten Südumfahrung, die jetzt wie erwähnt «Äussere Tangente» heisst. Hier will sich Allschwil im Einklang mit dem Kanton für die Zeit nach 2050 alle Optionen offenhalten, während sie die Leimentalgemeinden kategorisch ablehnen. Deshalb habe man sich in der Plattform darauf geeinigt, bei diesem Thema getrennt zu lobbyieren, berichtete Robert Vogt, Gemeinderat für Tiefbau und Umwelt. Mit den französischen Nachbarn Hegenheim und Häsingen, die im Elba-Perimeter inbegriffen sind, finde derweil ein «sehr guter Dialog» statt. Hier geht es vor allem um den geplanten Zubringer Rue des Carrières, der eventuell an den Allschwiler Autobahnzubringer angeschlossen werden soll.

Jürg Vogt, Allschwils FDP-Präsident und Gastgeber des Abends, freute sich über die grosse Resonanz, auch von Nicht-Mitgliedern. Sein Ziel sei es gewesen, die Diskussion in der Bevölkerung anzustossen. Für welche Variante sich der Landrat auch entscheide: «Allschwil ist sehr stark betroffen.»

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