Förderung
100 Start-ups wollen sich an der «Swiss Innovation Challenge» beweisen

Sie haben einen steinigen Weg vor sich: Das lernten Jungunternehmer am ersten Anlass der «Swiss Innovation Challenge».

Julia Gohl
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Peter Herrmann bei seinem Referat am Donnerstagabend in der Mittenza in Muttenz.

Peter Herrmann bei seinem Referat am Donnerstagabend in der Mittenza in Muttenz.

zVg

Die Liste der Adjektive, die Peter Herrmann zur Zukunft der Teilnehmer der «Swiss Innovation Challenge» auf Lager hat, ist lang: steinig, schrecklich, kompliziert, steht da drauf, aber auch wunderbar und faszinierend. Herrmann weiss, wovon er spricht. Er stiess 1999 zur Actelion, als sich das Pharma-Start-up mit Sitz in Allschwil noch voll im Aufbau befand. Das machte ihn zum idealen Referenten für die Eröffnungsveranstaltung zur diesjährigen «Swiss Innovation Challenge» am Donnerstagabend in der Mittenza in Muttenz.

Aus 100 werden 3

Schon letztes Jahr wurde dem Leiter Corporate Affairs und Compliance bei Actelion diese Ehre zuteil. Damals führten die Basellandschaftliche Kantonalbank (BLKB), die Fachhochschule Nordwestschweiz (FHNW) und die Wirtschaftskammer Baselland diese Challenge zum ersten Mal durch. Es handelt sich dabei um ein Förderprogramm und gleichzeitig um einen Wettbewerb für Unternehmen.

In einem ersten Schritt wurden die 100 aussichtsreichsten Geschäftsideen ausgesucht. In gut drei Monaten, während denen die Teilnehmer Referate und Seminare besuchen können, müssen sie ihre Idee in einer Kurzpräsentation – einem Pitch – vorstellen. Danach reduziert die Jury das Teilnehmerfeld auf 50.

Wer ausgeschieden ist, darf trotzdem noch von den Seminaren und Vorträgen profitieren. Zum zweiten Pitch sind sie aber nicht zugelassen. Dort wird das Teilnehmerfeld erneut halbiert, sodass an den Schlusspräsentationen in gut acht Monaten nur noch 25 Unternehmen vertreten sind. Aus ihnen kürt die Jury die drei besten. Sie erhalten einen Geldpreis.

Gewinn als Nebenaspekt

Der Wettbewerbsaspekt sei jedoch nicht zentral, warnte Rolf-Dieter Reineke, der fachlich-wissenschaftliche Leiter der «Swiss Innovation Challenge», die Teilnehmer am Donnerstag. «Die Förderkomponente ist die wichtigste.» Oder wie es Christoph Buser, Jury-Mitglied und Direktor der Wirtschaftskammer, gegenüber den Teilnehmern formulierte: «Sie sind bereits Gewinner, dass Sie überhaupt dabei sind.»

Von seinem letzten Besuch wisse er, dass sich bei der «Swiss Innovation Challenge» wertvolle Kontakte knüpfen lassen, zählte Referent Herrmann einen der Vorteile des Förderprogramms auf. Er riet den Teilnehmern, diese Chance unbedingt zu nutzen. Und er sagte ihnen ehrlich: «Sie werden schreckliche Tage erleben, an denen einfach nichts klappt.»

Er warnte ausserdem, dass es heute nicht mehr reiche, die Nummer zwei, drei oder vier zu sein. «Es gibt nur ein Facebook, ein Twitter, ein Google.» Aber auf all diese Warnungen folgte immer die beruhigende Botschaft, dass es ein Weg voller «Leidenschaft und Freude» sein wird. «Das ist das, was ich in meinem heute eher verwaltungstechnischen Job vermisse.»

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