Fasnacht Birsfelden 2015

Trotz verstopfter Hauptstrasse herrschte Freude…

43 Formationen sorgten an der Birsfelder Fasnacht für viel Betrieb. Der Umzug widerspiegelt treffend den Alltag der einzigen Hafenstadt der Schweiz.

Zumindest an den Werktagen ist die Hauptstrasse in „Blätzbums“, wie Birsfelden im Volksmund genannt wird, ein Ärgernis. Vom Waldhaus bis zur Breite wälzt sich eine Blechlawine, die – wenn überhaupt – nur stockend vorwärts kommt. Ein ewiges Politikum, für das es anscheinend keine Lösung gibt.

Einmal im Jahr aber, und das schon seit 17 Jahren, ist eine verstopfte Hauptstrasse sehr willkommen. Dann nämlich, wenn das sechsköpfige Comitée mit Präsident Peter Nesselhauf an der Spitze und den Vorstandsmitgliedern Theres Dittli, Delia und Doris Hummel sowie Heinz Conrad und Patrick Müller zum samstäglichen Strassenumzug einlädt. Heuer waren 43 Formationen (17 Schyssdräggzügli, zwölf Wagen, sieben Guggemusigen, vier Cliquen und drei Einzelmasken) mit gut 600 Aktiven dabei. Bereits eine Viertelstunde vor dem „Abmarsch“ war auch Christof Hiltmann, der Birsfelder Gemeindepräsident, im Epi-Zentrum bei der Tramhaltestelle „Schulstrasse“ vor Ort. „Obwohl wir eine noch junge Fasnacht haben, hat sie sich – auch dank des engagierten Comitées – etabliert und zieht viel Publikum an. Auch die vielen Formationen sind ein Beweis dafür, dass die Birsfelder Fasnacht weit über die Kommunalgrenzen hinausstrahlt“, so Landrat Hiltmann.

Gäste „ennet des Baches“

Das „närrische“ Birsfelden pflegt zu Grenzach-Whylen, dank Präsident Nesselhauf, beste Kontakte. Und es ist Tradition, dass fünf Gruppen „ennet des Baches“ ihre Reverenz erweisen. Mit ihrer teils wilden Art gehören sie längst zu einer Art „Publikumslieblinge“. 

Auch wenn die Birsfelder Fasnacht für einige Formationen eine Art Hauptprobe für den Basler Morgestraich und Fasnacht ist, so weist sie viel Lokalkolorit auf. Sei es die Ortsfeuerwehr, die 1959 gegründete Guggemusig „Birsblootere“ oder die Kinder des Robi-Spielplatzes, der heuer seinen 40. Geburtstag feiert – der Strassenumzug widerspiegelt treffend den Alltag der einzigen Hafenstadt der Schweiz. Auffallend, wie heuer viele Kinder und Jugendliche aktiv mitmachten.

Die Route vom Roxy bis zum Bären wurde dreimal abgelaufen. Und trotz der Kälte (im Gegensatz zu den Frühlingstemperaturen von Freitag sank das Thermometer fast auf den Gefrierpunkt) standen die Menschen dicht am Strassenrand, bettelten um Bhaltis und einige, meist Girls und junge Frauen, erhielten das befürchtete Räp- pli-Bad. Zwei Stunden lang dauerte das bunte, farbenfrohe Spektakel. Doch damit war noch längst nicht Schluss. In den meisten Birsfelder Beizen, vor allem in jenen entlang der Hauptstrasse, herrschte vor, während und nach dem Umzug Hochbetrieb. Und abends verlagerte sich das Geschehen in die Alte Turnhalle, wo Aktive und Passive die Nacht bis zu den frühen Morgenstunden ausklingen liessen.

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