Baselland

Kronfavorit sprang kurzfristig ab – Was geschieht nun nach der Coronakrise?

Die Brache des Kantons befindet sich an bester Verkehrslage.

Die Brache des Kantons befindet sich an bester Verkehrslage.

Für die brachliegende Gewerbeparzelle beim Altmarkt in Liestal ist der Kanton weiter am Verhandeln. Ein erster Versuch ist missglückt.

Das Grundstück beim Liestaler Altmarkt, auf dem während gut drei Jahrzehnten die Zulauf AG ihr Gartencenter betrieben hat, ist seit fast einem halben Jahr eine Brache. Nach dem Rückbau der Infrastruktur wurde die Baurechtsparzelle Ende November 2018 wieder dem Eigentümer, dem Kanton Baselland, übergeben. Danach diente das Land bis November 2019 als Installationsplatz für die Bauarbeiten an der Altmarktkreuzung. Seither herrscht auf der 3714 Quadratmeter grossen Fläche an bester Verkehrslage gähnende Leere.

Doch es tut sich was. Der Kanton will die Parzelle wieder im Baurecht abgeben, wofür er etliche Interessenten hat. Auf Basis der eingereichten Konzepte hat der Kanton eine Abfolge der Bewerber vorgenommen. «Da der Baurechtsinteressent von Platz eins sich nach den erfolgten Verhandlungen kurzfristig entschieden hat, das Baurecht doch nicht anzutreten, werden aktuell Verhandlungen mit dem Zweitplatzierten geführt», sagt Catia Allemann, Mediensprecherin der Baselbieter Bau- und Umweltschutzdirektion (BUD), auf Anfrage. Laut Allemann stand der Prozess mit dem Erstplatzierten kurz vor dem Abschluss, und der Notar war bereits instruiert. «Mit dem Zweitplatzierten besteht Einigkeit über die grundsätzlichen Modalitäten. Der Vertrag ist aber noch nicht abschlussreif verhandelt.»

Namen von Interessenten nennt die BUD nicht, auch gibt sie keine Angaben zur Höhe der Baurechtszinsen preis, auf die der Kanton in den vergangenen Monaten hat verzichten müssen und die ihm in naher Zukunft noch entgehen werden.

Standortförderer: «Liste ist nicht unendlich lang»

Der Kanton Baselland besitzt noch eine geringe Anzahl weiterer Gewerbeflächen. Diese werden in der Regel zur Zwischennutzung und Bewirtschaftung verpachtet, wenn für eine Parzelle noch kein konkreter Plan für eine Gewerbenutzung besteht. Die Flächen sind verteilt übers ganze Kantonsgebiet.

Wie gross momentan die Nachfrage nach Gewerbeland ist, weiss der Leiter der Baselbieter Standortförderung, Thomas Kübler: «Es gibt immer wieder Betriebe, die am Suchen sind. Aber die jetzige Liste ist nicht gerade unendlich lang.» Er spricht von Firmen, die nach spezifischen Nutzungen Ausschau halten, seien es Lokalitäten in bestehenden Gewerbegebäuden oder Land von ein paar tausend Quadratmetern, worauf sie selbst etwas errichten können. Primär handelt es sich um Interessenten aus der Nordwestschweiz, aber auch von ausserhalb dieser Region. Sie seien entweder in der Produktion oder in der verarbeitenden Industrie wie Maschinen und Metall, Kunststoff oder auch Nahrungsmittel tätig, erklärt Kübler. Unternehmen des Ausbaugewerbes suchen ebenfalls nach neuen Möglichkeiten. Sie brauchen Hallen– eine Mischung zwischen Lager und Vorbereitung.

Was geschieht nach der Coronakrise?

Zur Frage, wie solche Bedürfnisse nach der Coronakrise aussehen werden, äussert sich der Baselbieter Standortförderer nur vage: «Jetzt ist es noch zu früh, um eine abschliessende Antwort zu geben. Es kommt sehr stark darauf an, was nun mit der schrittweisen Öffnung geschieht und wie sich die wirtschaftliche Krise weiterentwickeln wird.» Je schneller es wieder eine Per­spektive gebe, desto rascher werde wieder investiert. Wenn sie unklar sei, halte man sich eher zurück.

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