Allschwil

In Allschwil rufen die Chüngeli zur Paarung auf

Die Käller Waggis fühlen sich mit ihrem Gefährt als «Keenige».

Die Käller Waggis fühlen sich mit ihrem Gefährt als «Keenige».

Die Allschwiler Fasnacht ist bekannt für ihre lokalen Sujets. Auch in diesem Jahr bot der Umzug den Värslibrünzlern einige Gelegenheit, sich über das Dorfleben im letzten Jahr lustig zu machen – vom Kifferpärkli bis zur Kantonsfusion.

Die Allschwiler Fasnacht trumpft regelmässig mit vielen lokalen Sujets auf. Doch am diesjährigen Umzug waren es noch mehr als üblich. So hatten die Gränzwaggis ihren Wagen zu einem Hasenstall umfunktioniert, weil sie hofften, dass Allschwil endlich den 20 000sten Einwohner feiern kann. In grossen Buchstaben riefen sie die Menge zu mehr Intimverkehr auAllschwil f: «Die blöde Allschwiler Hammle sölle ändli richtig rammle.» Zum gleichen Thema mutmassten die Im Brüehl Waggis: «E Casting muess er zerschst passiere, um sich würdig z präsentiere.»

Die Schwellemer Strizzi sind zwar alle im Schulalter. Las man, was auf ihrem Wagen stand, musste man aber annehmen, dass sie Zwangsverschiebungen von Schülern nach Binningen befürworten: «Mached nit sone Schnuure, suscht schigge mr Euch zu de Buure.» Oder war das eine Anspielung auf den Sarah-Jane-Graben?

Mehrere Formationen führten einen fahrbaren Postschalter durch die Baslerstrasse, in Anspielung auf die geschlossene Post. Dazu die Tischrutscher: «Es isch famos, Schwellheim City schtellt d Poscht uff d Schtross.»

D Dorflüüs erhoben den Gemeindepräsidenten Toni Lauber kurzerhand zum «Keenig vo Schwellheim» – anders war die Figur auf ihrem schwindelerregend hohen Hochrad nicht zu interpretieren. Weniger zufrieden mit Lauber waren die vielen jungen Waggis, die den Rausschmiss der Pfadis aus ihrer Hütte beklagten.

Im Kifferpärkli gibt’s alles

Eine «Grufti-Disco» schwebte den Rue du Boeuf Rueche vor, als sie von der neuen Wegmatten-Überbauung schwärmten. Anderen hingegen war die ständige Bauerei in Allschwil ein Graus, so den Robi-Rueche. Ihr Wagen war ein Bauwagen, auf dem stand: «Langsam fählt eim d Sicht, Allschwil isch nit ganz dicht.»

Die Spaarhäfeli feierten mit einer Fest auf ihrem Wagen das «Partyzentrum Schwellheim-City». Auf ihrem Zeedel steht: «Kleini Partys sin im Gmeindspark geil, im Kifferpärkli hänn si fascht alles feil.» Die Dorfrunzlä, nicht weniger in Feststimmung, liessen «Musik und Alkohol» reimen mit «do fühle sich die Junge wohl». In ihrem in höllenschwarz gehaltenen Wagen hatten die Steinbühler Waggis einigen Grund zum Feiern. Schliesslich hatten sie den Weltuntergang 2012 nicht verpasst.

Die Fusionsgegner der Central Clique machten aus Allschwil das Gallier-Dorf «Fuso-Nix». Allerdings scheint man in Allschwil zumindest fasnachtstechnisch die Kantonsfusion bereits vollzogen zu haben. Denn es sind jeweils viele Basler Cliquen und Guggen dabei, die sich für die Drey scheenschte Dääg einwärmen – was gestern angesichts der eisigen Temperaturen ein Kunststück war.

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