Spenglerpark

Hunderte Schüler im selben Haus: Wie das Baselbieter Corona-Testzentrum eine Ansteckungswelle verhindern will

Seit dem ersten August besuchen nicht nur Schüler, sondern auch Corona-Verdachtsfälle den Spenglerpark in Münchenstein.

Seit dem ersten August besuchen nicht nur Schüler, sondern auch Corona-Verdachtsfälle den Spenglerpark in Münchenstein.

Seit dem ersten August liegt die Baselbieter Corona-Abklärungsstation im Münchensteiner Spenglerpark. Im gleichen Gebäudekomplex ist der Campus Bildung Gesundheit mit mehreren Schulen beheimatet. Diese wurden vom Kanton aber nicht vorinformiert. Getrennte Zugänge sollen die Ansteckungsgefahr bannen.

Schön isoliert war sie, die Baselbieter Abklärungs- und Teststation für Coronavirus-Infektionen im Münchensteiner Kultur- und Sportzentrum Kuspo. Während der vergangenen Monate kam niemand wegen etwas anderem auf das Areal an der Loogstrasse 2. Doch seit dem 1. August ist die Teststation innerhalb Münchensteins gezügelt. Neu muss jeder Baselbieter über zwölf Jahre bei Coronaverdacht in den Spenglerpark an der Emil-Frey-Strasse 100.

Bloss: Im Gebäudekomplex ist die Teststation nicht die einzige Mieterin. Neben ein paar Gewerbebetrieben haben sich gleich vier Bildungsinstitutionen dort niedergelassen: die Berufsfachschule Gesundheit Baselland (BFG), das Bildungszentrum Gesundheit Basel-Stadt (BZG), der Branchenverband der Gesundheitsberufe OdA Gesundheit beider Basel mit seinen überbetrieblichen Kursen sowie Avanti KV für kaufmännische Weiterbildungen. Spätestens nach der Sommerpause kommenden Montag strömen Hunderte Schüler, Studenten und Weiterzubildende auf das Areal.

Teststation hat separaten Seiteneingang

«Es ist schon speziell, dass der Kanton Baselland das Corona-Testzentrum in einem Gebäude unterbringt, in dem so viele Schulen ansässig sind», sagt die Direktorin des Basler BZG, Bernadette Oberholzer, auf Anfrage der bz. Und sie merkt an, dass BZG, BFG und OdA, die gemeinsam den Campus Bildung Gesundheit bilden, ja von Lernenden besucht werden, die in Spitälern oder Altersheimen arbeiten. Orten also, bei denen es gilt, Infektionen unbedingt zu verhindern.

Auch Sabina Mohler, Rektorin der BFG, Romy Geisser, Geschäftsführerin von OdA sowie Marco Bortolussi, Leiter von Avanti, gingen anfangs ähnliche Gedanken durch den Kopf. Nicht geholfen hat, dass weder der Kanton noch die Spenglerpark-Verwalterin Wincasa die anderen Mieter genügend früh informiert, geschweige denn sie in die Planungen eingebunden hatten. «Wir wurden alle etwas überrumpelt», sagt Oberholzer. «Ich wurde erst aus der Presse über den Einzug informiert», so Bortolussi. Mittlerweile seien die Kontakte aber geknüpft und der Austausch besser.

Von der bz mit den Sorgen der Schulen konfrontiert, hält die Sprecherin des Kantonalen Krisenstabs Baselland, Andrea Bürki, fest: «Der Kanton kann die Bedenken in Bezug auf die Nähe zur Gesundheitsschule nachvollziehen. Der Schutz der Lernenden ist aber vollumfänglich gewährleistet.» Es sei ein Schutzkonzept erarbeitet worden, das die Durchmischung von Testpersonen und Lernenden verhindere. Wichtigster Bestandteil: getrennte Zugangswege. Während Schüler, Studenten und Lehrer die drei bestehenden Eingänge an der Emil-Frey- und der Binningerstrasse benutzen sollen, hat die Teststation einen eigenen Eingang auf der Gebäudeseite in der Nähe der 11er-Tramstation Schaulager erhalten. Laut Bürki habe man gegenüber der BLT den Wunsch geäussert, dass im 11er Tram Testpersonen darauf hingewiesen werden, dort auszusteigen. Alle anderen sollen die Haltestelle Spengler benutzen.

Nächste Woche folgt der wahre Stresstest

«Die Kanalisierung der Testpersonen wird durch Aufsichtspersonen kontrolliert und überwacht», sagt Bürki. Tatsächlich bestätigen die Schulleiter, dass es sehr viel Sicherheitspersonal auf dem Areal habe. «Es ist fast wie in einem Hochsicherheitstrakt», sagt Oberholzer. «Das Schutzkonzept ist gut. Aber ich möchte beobachten, wie die Personenströme im Vollbetrieb nächste Woche aneinander vorbeigehen», fügt Geisser an. Erst dann öffne auch das öffentlich zugängliche Restaurant wieder, eine Durchmischung müsse verhindert werden.

Die BFS wird derweil selbst aktiv: «Wir werden noch eigene, zusätzliche Hinweise anbringen, damit sich wirklich niemand verirrt», sagt Mohler. Der Spenglerpark ist denn auch so gross, dass dies möglich wäre – was wiederum hilft, die Menschenströme zu trennen. Die meisten Testpersonen dürften mit dem Auto anreisen. «Aus Hygienegründen haben wir sogar extra jemanden aufgestellt, der jeweils den Knopf für die Parkhaus-Schranke drückt», sagt Bürki, um zu verdeutlichen, wie viele Gedanken sich der Kanton gemacht hat.

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