Primarschulen

Für den Schulsozialdienst dürfen die Gemeinden zahlen

In der Verordnung der Landratsvorlage steht: «Wo Schulsozialarbeit drauf steht, soll auch Schulsozialarbeit drin sein». (Symbolbild)

In der Verordnung der Landratsvorlage steht: «Wo Schulsozialarbeit drauf steht, soll auch Schulsozialarbeit drin sein». (Symbolbild)

Erst 19 Baselbieter Gemeinden haben für ihre Primarschulen einen Schulsozialdienst. Eine neue Verordnung soll das ändern.

Seit Jahren ist sie im Baselbiet ein Thema: die Ausweitung der Schulsozialdienste (SSD) auf die Primarstufe. 2018 wurde die rechtliche Grundlage dafür geschaffen. Im Bildungsgesetz ist seither geregelt, dass die Einwohnergemeinden einen Schulsozialdienst einführen können, wenn sie dies wollen. Nun hat eine Arbeitsgruppe aus Vertretern der Gemeinden, des Kantons und der Schulsozialarbeit eine dazugehörige Verordnung erarbeitet und in die Vernehmlassung gegeben.

Die Verordnung basiert auf einer Landratsvorlage von 2017. «Wo Schulsozialarbeit drauf steht, soll auch Schulsozialarbeit drin sein», heisst es in dieser. Ziel ist, dass die Gemeinden durch die Verordnung Orientierung erhalten und genauer aufgezeigt wird, wie sie diesen Grundsatz einhalten können.

40 Stellenprozent für 200 Schüler

So ist festgehalten, dass der SSD in der Regel schulunabhängig agiert. Die Mitarbeitenden sollten über eine Ausbildung in Sozialer Arbeit verfügen. Auch die Aufgaben sind geregelt: Der SSD soll den Kindern unter anderem bei der Bewältigung von Alltagsproblemen oder der Lösung von sozialen Konflikten helfen sowie Lehrpersonen und Eltern bei erzieherischen oder sozialen Fragen unterstützen.

Wie Andrea Ruder vom Amt für Kind, Jugend und Behindertenangebote sagt, empfehle man für Schulen mit bis zu 200 Schülern ein SSD-Pensum von 40 Stellenprozent. Pro 100 Schüler mehr kommen 10 Prozent dazu, pro zusätzlichem Schulstandort in einer Gemeinde 20 Prozent. «Bei kleinen Schulen sind Verbundlösungen sinnvoll», so Ruder.

Doch wer bezahlt die Sozialarbeiter, die den Job übernehmen würden? «Die Finanzierung kann der Kanton nicht übernehmen, das ist eine Gemeindeaufgabe», erklärt Ruder. Wenn sich eine Gemeinde dies nicht leisten kann, ist die Einführung eines SSD nicht umsetzbar. «Es könnte sein, dass es bei einigen Gemeinden eine Frage der Prioritätensetzung ist», meint Andrea Ruder.

Zurzeit haben noch nicht annähernd alle Gemeinden einen SSD auf Primarstufe eingeführt: Erst in 19 Baselbieter Gemeinden wurde er umgesetzt, in einer weiteren steht die Einführung kurz bevor. Andrea Ruder hofft, dass sich das durch die Verordnung ändern könnte: «Wenn die Klärung der Eckwerte zur breiteren Einführung der Schulsozialarbeit beiträgt, ist dies erfreulich.»

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