Wegenstetten

Flederhaus «Alte Trotte»: Auf dem Dachstock finden Fledermäuse ein Heim

Im Dachstock der "Alten Trotte" leben weibliche Hufeisennasen.

Die «Alte Trotte» wird sanft renoviert und bietet künftig nicht nur Fledermäusen eine Unterkunft. Das Interesse für die Auftaktveranstaltung in Wegenstetten war gross.

Das Interesse für die Auftaktveranstaltung zur sanften Renovation des Flederhauses «Alte Trotte» in Wegenstetten war riesig. Fast 100 Besucher waren der Einladung der Projektgruppe Pro Natura Aargau unter Leitung von Philipp Schuppli, der Stiftung «Ferien im Baudenkmal» mit Kerstin Camenisch sowie dem kantonalen Fledermausschutzbeauftragten Andres Beck und den Projektleiterinnen Anja Trachsel und Anna Hoyer vom Jurapark Aargau gefolgt.

1995 wurde in den Gemäuern der «Alten Trotte» Wegenstetten die Fledermausart «Grosse Hufeisennase» erstmals gesichtet. In der Schweiz gibt es davon nur noch drei Populationen: in Graubünden, im Wallis und eben in Wegenstetten. Die Leichtgewichte wiegen 30 Gramm, haben eine Spannweite von 40 Zentimetern, können bis zu 30 Jahre alt werden und sind vor allem über blumenreichen Wiesen und Weiden auf Nahrungssuche. An Hochstammbäumen verspeisen sie dann hängend ihre Beute.

Optimale Bedingungen zum Fortbestand

Ziel der Projektgruppe in enger Zusammenarbeit mit dem Bund, dem Kanton, der Gemeinde und vielen weiteren Akteuren ist, dieser kleinen Fledermauskolonie in der «Alten Trotte» optimale Bedingungen zum Fortbestand zu bieten, aber auch das denkmalgeschützte Gebäude zu erhalten. 2016 kaufte Pro Natura Aargau das alte Haus, im Winter 2017/18 begann die behutsame Sanierung des Dachstocks.

Tag der offenen "Trotte-Türe" im Wegenstetter Flederhaus. Im Bild die "Grosse Hufeisennase".

Die "Grosse Hufeisennase".

Tag der offenen "Trotte-Türe" im Wegenstetter Flederhaus. Im Bild die "Grosse Hufeisennase".

Im Herbst geht die sanfte Renovation weiter. Die Ursprünglichkeit soll so gut wie möglich erhalten bleiben. Im Südwestteil wird eine historische Ferienwohnung entstehen, in Kooperation mit der Stiftung Ferien im Baudenkmal wird sie vermietet. Der Dachstock ist das geschützte Domizil der weiblichen Hufeisennasen. Von April bis August beziehen sie dieses Quartier und bringen den Nachwuchs zur Welt. Im Winter bewohnen sie frostfreie Karsthöhlen oder Felsspalten. Jungtiere kommen immer an den Ort ihrer Geburt zurück. So besteht bei sorgsamem Umgang die Möglichkeit, dass sich die Population vermehrt. Allerdings überleben bis 80 Prozent der Jungtiere den ersten Winter nicht.

Historischer Stil soll erhalten bleiben

Kerstin Camenisch führte die Gäste durch das alte, 1803 erbaute Haus, sprach über die künftige Ferienwohnung sowie die mögliche Ausstellung im Raum der ehemaligen Trotte im Erdgeschoss. Oberstes Ziel dabei ist die Erhaltung des historischen Stils.

Auf leisen Sohlen durften die Besucher mit Andres Beck auf den Dachstock steigen, der sonst nicht zugänglich ist. Da der Abend schon angebrochen war, flogen auch schon die ersten Hufeisennasen zur Freude der Gäste. Anja Trachsel beschrieb am Wegenstetter Bach die Flugroute der Fledermäuse. Diese fliegen zur Insektenjagd über Wasser und Wiesen etwa fünf Kilometer weit.

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