Die Endress + Hauser Gruppe mit Hauptsitz in Reinach ist 2018 über alle Regionen, Branchen und Produktionsbereiche hinweg kräftig gewachsen. Der Umsatz wuchs im Vergleich zum Vorjahr um 12,9 Prozent auf über 2,8 Milliarden Franken an. Der Betriebsgewinn stieg trotz Währungsverlusten auf 380 Millionen Franken.

Die USA haben nach 65 Jahren Deutschland als grössten Absatzmarkt abgelöst. «Und wenn die Entwicklung so weitergeht, könnte bald schon China unsere Nummer eins sein», kündigte CEO Matthias Altendorf an der Bilanzmedienkonferenz im Novotel in Basel an. Mittlerweile generiert die Gruppe über 50 Prozent ihres Umsatzes ausserhalb Europas.

Endress + Hauser entwickelt und produziert Messgeräte und bietet Lösungen und Dienstleistungen für die industrielle Verfahrenstechnik an. Die Gruppe profitierte 2018 auf dem amerikanischen Kontinent von grossen Investitionen in der Öl- und Gasindustrie und durch die in den USA durch die Steuersenkungen angeheizte Konjunktur. Überdurchschnittlich stark entwickelt hat sich das Unternehmen auch in Indien, Afrika und im Nahen Osten. Dabei hätten alle sieben Kernindustrien zum Wachstum beigetragen, vorneweg zyklische Branchen wie Chemie, Öl und Gas oder Grundstoffe und Metalle, erklärte Altendorf.

Investitionen in der Region

2018 hat Endress + Hauser weltweit mehr als 600 Arbeitsplätze geschaffen, davon über 200 in der Region. Weltweit beschäftigt die Gruppe mittlerweile 14 000 Mitarbeitende, 4850 in der Region. Damit gehört die Gruppe zu den grössten Unternehmen mit Hauptsitz im Kanton Baselland. Auch von den fast 100 Millionen Franken an Investitionen sei ein grosser Teil ins Dreiländereck geflossen. 2019 investiert Endress + Hauser noch stärker in der Region. In Reinach erweitert das Unternehmen sein Kompetenzzentrum für Durchflussmesstechnik.

Das deutsche Sales Center investiert in die Modernisierung seines Gebäudes in Weil am Rhein. «Die guten Investitionen finden in der Region statt», frohlockte CEO Altendorf. Jede dritte neue Patentanmeldung von Endress + Hauser betrifft inzwischen eine Entwicklung aus den Bereichen Elektronik, Kommunikation oder Industrie 4.0. Matthias Altendorf ist überzeugt, dass die Digitalisierung «viel mehr» Arbeitsplätze schaffen als vernichten wird.

Schicksalsschlag in der Familie

Verwaltungsratspräsident Klaus Endress sprach von einem «neuen, besten Jahr». Das sei nur der Fall, wenn bei Auftragseingängen, Nettoumsatz, Gewinn und Beschäftigung neue Höchstwerte erreicht würden.

Bei allem wirtschaftlichen Glück erlebte die Familie Endress 2018 auch einen Schicksalsschlag. Klaus Endress’ älteste Schwester Yvonne verstarb an Krebs. Der Verwaltungsratspräsident sprach sichtlich gerührt über seine Schwester. Dabei bekräftigte Endress, dass Endress + Hauser ein Familienunternehmen bleiben werde. «Die Familie wird weiterhin prägend auf das Unternehmen einwirken.»

Die Vorgabe der Familiencharta, wonach Familienmitglieder auf Dauer nur als Geschäftsführer einer Gruppenfirma oder als CEO der ganzen Gruppe tätig sein sollen, musste die Familie Endress aber revidieren, da diese Hürde für die Nachkommen zu hoch war.