Dass in Lupsingen jemals Salz gefördert wird, ist höchst unwahrscheinlich. «Lupsingen ist auch nicht als Produktionsstandort vorgesehen», sagt Jürg Lieberherr, Direktor der Schweizer Rheinsalinen: «Der Standort wäre sicher nicht optimal». Trotzdem wird hier, auf der Parzelle des Rothengrund-Bauernhofs, kommenden Frühling nach Salzvorkommen gebohrt.

Während die Salinen das Salz in Schweizerhalle oder Riburg aus Kavernen pumpen, die 200 Meter tief unter der Erdoberfläche liegen, wird das Salz in Lupsingen in etwa 600 Meter Tiefe erwartet. Wirtschaftlich, gibt Lieberherr zu bedenken, würde sich ein Salzabbau in Lupsingen höchstwahrscheinlich nie rechnen. Trotzdem sind es Millionenbeträge, die die Rheinsalinen aufwenden. Mit rund einer halben Million Franken pro Bohrloch sei zu rechnen, so Lieberherr – und vier bis fünf Löcher werden gebohrt.

«Salz zur Genüge»

Warum dann also diese finanziellen Aufwendungen für eine derart grosse Unwahrscheinlichkeit? Einerseits ist Lupsingen nicht einziger Standort dieser Sondierungsbohrungen. Bereits heute wird in Schweizerhalle und Riburg nach weiteren Salzvorkommen gesucht, auf dem Gempen-Plateau und an weiteren Standorten zwischen Hornussen und Gempen, rund 15 Kilometer vom Rhein entfernt, werden in den kommenden Jahren Probebohrungen getätigt.

Andererseits werden die heutigen Salzfelder das weisse Gold nicht für die Ewigkeit abwerfen. «Bis 2025 halten die Salinen locker, und bei uns in der Gegend gibt es auch Salz zur Genüge. Wir müssen nur bereits jetzt abklären, wo in 20, 30, 40 Jahren Salz gewonnen werden kann», so Lieberherr

Zehn Jahre Vorlaufzeit

«Eine Bohrkampagne dauert lange», erklärt der Salinendirektor weiter. Mindestens zehn Jahre dauere es, bis eine Produktionsbohrung Gewinn abwerfe. Zuvor bedarf es Bewilligungen, Konzessionen, Sondierbohrungen, Analysen. Im Mindesten die Hälfte dieser Zeit macht schliesslich alleine der Aufbau einer anständigen Gewinnmenge Salz aus. Fünf Jahre dauert es, um durch eingelassenes Wasser eine Kaverne im Salzfeld zu bilden.

Das Wasser löst das Steinsalz nach und nach, wird zu Sole und diese hochgepumpt. Bis es aber soweit sei, schmunzelt Lieberherr, flösse einzig ein Rinnsal hoch, und die Menge sei zu klein, um genutzt zu werden.

Keine Erdbeben zu befürchten

Von Seiten der Rheinsalinen beruhigt man auch hinsichtlich allfälliger Sicherheitsbedenken. Man bohre nicht bis in mehrere 1000 Meter Tiefe wie beim Geothermie-Projekt in Basel, das zu Erdbeben geführt hat, sondern lediglich in geplante 615 Meter Tiefe. Die Arbeiten, während derer auch durch den berüchtigten Opalinuston gebohrt wird, dauern sechs Wochen, für die Bevölkerung wird es zu keinen Belästigungen kommen.