Konzertlokal

Der letzte Tanz im «1. Stock» – am 11. Juli steigt die letzte Sause

Der nächste Sommer kommt bestimmt: Im Kultklub «1. Stock» wird es allerdings der letzte sein.

Der nächste Sommer kommt bestimmt: Im Kultklub «1. Stock» wird es allerdings der letzte sein.

Die alternative Konzertlocation in Münchenstein startet am 31. Januar in ihre letzte Saison.

«Die Gerüchte sind wahr: Herzlich Willkommen zum Ersten und Letzten Stock!» Mit diesen Worten bestätigt der Klub «1. Stock» via Facebook seine baldige Schliessung. Luca Studer, einer der sieben Betreiber des Lokals, ist zurückhaltend mit Informationen über den Grund dieses Schrittes: «Eine Summierung diverser Gründe führte dazu, dass wir seit letztem Sommer mit dem Gedanken spielten, unsere Bar zu schliessen.» Das Ende sei somit absehbar gewesen. Da intern noch nicht vollumfänglich informiert wurde, könne man jedoch erst Mitte Februar Weiteres bekannt geben.

Der Kultklub wurde 2006 auf dem Walzwerkareal in Münchenstein eröffnet. Auf dem Gewerbegelände, das früher der Aluminium Münchenstein gehörte, haben sich rund 80 Betriebe eingemietet. 2008 zog im Erdgeschoss der Bar das Handwerkerkollektiv «Schoolyard» ein. Das ist kein Zufall: Die Handwerker sind teilweise dieselben Köpfe wie die Klubbetreiber. «Klar führen wir eine symbiotische Beziehung», sagt Studer. Dennoch würde das Ende des «1. Stocks» keineswegs das Ende von «Schoolyard» bedeuten.

Unklare Nachfolge trotz einmaligem Konzept

Wie es mit dem Lokal weitergeht, ist unklar. Sowohl die Betreiber als auch viele Stammgäste würden es zutiefst bedauern, falls die Bar von einem Büro übernommen wird. Denn was der «1. Stock» zu bieten hat, übersteigt das Angebot herkömmlicher Klubs. So ist er nebst Musik- und Konzertlocation auch Wohnzimmer, Terrasse, Grillstelle und Spielplatz. Kurz: Ein familiärer Ort voll von kreativem Chaos.

Man führe zwar erste Gespräche mit potenziellen Nachfolgern, die Schwierigkeiten seien jedoch nicht von der Hand zu weisen. «Es haben sich tolle Leute gemeldet, denen das Fortbestehen des Klubs ein persönliches Anliegen ist. Die Übernahme der Bar bedeutet aber mehr, als lang gehegte Träume zu verwirklichen», ist sich Studer sicher. Das Walzwerk sei eben kein übliches Gewerbeareal, sondern gleiche vielmehr einem kleinen Dorf. Das macht gute Nachbarschaftsbeziehungen unabdingbar: «Nicht jeder kommt klar in diesem Mikrokosmos.» Eins ist sicher: Falls der Klub weitergeführt werden kann, wird dies in einer anderen Form geschehen. Vor fünf Jahren übernahm das siebenköpfige Team als zweite Generation das Lokal. Das sei quasi eine Familienübergabe gewesen: Till Stoll übergab die Bar seinem kleinen Bruder. Die Weitergabe an eine dritte Generation wird, so viel steht fest, nicht stattfinden.

Studer ist Optimist: «Das Positive ist, dass wir das Ende des Klubs vor dem Saisonbeginn am 31. Januar kommuniziert haben.» So hätten sie die Chance, die gesamte Saison als schrittweises Abschliessen – als Abschiedstournee – zu planen. Am 11. Juli steigt die letzte Sause.

 

Weitere Infos unter
www.ersterstock.ninja

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