In einem Interview mit der «Basler Zeitung» von letzter Woche räumte Heinz Schneider, CEO des Kantonsspitals Baselland, Fehler ein und versprach, in Zukunft «präsenter» zu sein. Er begründete die zahlreichen Abgänge von Chefärzten und weiteren Kaderärzten aber auch anderweitig. So würde es «Flexibilität», «Engagement» und «Begeisterung» brauchen, um an einem öffentlichen Spital zu arbeiten. Ausserdem machte er bei der jungen Generation das Problem aus, dass diese «weniger bereit» sei, «auf Freizeit zu verzichten».

Schneider erwähnt speziell die vier Chefärzte der Orthopädie, die bereits im Sommer kündeten. Sie hätten die neue standortübergreifende Struktur des KSBL «vorverurteilt» und ihm nie eine Chance gegeben.

«Als Faulpelze dargestellt»

Teilen der Bruderholz-Belegschaft sind die Aussagen offenbar in den falschen Hals geraten. Wie die bz weiss, haben einige Chefärzte und leitende Ärzte einen Brief verfasst, in dem sie von ihrem Geschäftsführer verlangen, dass sich dieser für bestimmte Aussagen entschuldigt.

Ein Arzt sagte gestern zu bz: «Die Abgänger, die Schneider kritisiert, haben Herzblut in ihre Arbeit investiert. Er stellt sie nun – durch die Blume gesagt – als Faulpelze dar, die sich in die Privatwirtschaft flüchten.» Gerade die von Schneider erwähnten Herausforderungen an einem öffentlichen Spital, etwa die Notfallstation, würden die Orthopädie-Abgänger auch bei ihrem neuen Arbeitgeber erwarten.

Das Spital selber wollte die Zuspitzung des Konflikts zwischen Medizinern und der operativen Leitung nicht kommentieren. KSBL-Mediensprecherin Christine Frey sagte lediglich, Heinz Schneider befinde sich in einem «regen Austausch» mit den Chefärzten. (bwi)