Wahlen BL

Baselbieter EVP will Maya Graf definitiv nicht unterstützen

Die Grüne Maya Graf muss ihre Wiederwahl nun ohne die 2 bis 3,5 Stimmenprozente der EVP schaffen. (Archiv)

Die Grüne Maya Graf muss ihre Wiederwahl nun ohne die 2 bis 3,5 Stimmenprozente der EVP schaffen. (Archiv)

Die Baselbieter EVP diskutierte vehement über die Listenverbindung mit Grünen und SP. Doch trotz engagierter Voten zugunsten der Grünen Nationalrätin Maya Graf bleibt es beim Alleingang.

Die Frage hat die 33 anwesenden Parteimitglieder gespalten: Soll die EVP entgegen der Empfehlung des Parteivorstands bei den nächsten Nationalratswahlen eine Listenverbindung mit den Grünen und der SP eingehen? Der Parteivorstand unter Präsident Urs von Bidder hatte sich mehrheitlich für den Alleingang entschieden, doch zwei gleich lautende Anträge von André Fritz und Peter Gröflin verlangten an der Nominationsversammlung vom Montagabend in Liestal die Kehrtwende.

Vorstandsmitglied Daniel Kaderli wiederholte während der engagierten, teils emotionalen Diskussion seinen Standpunkt: Die Wiederwahl der Grünen Maya Graf liege nicht in der Verantwortung der EVP. Es gehe aber sehr wohl um die Werte, für welche die anderen Parteien einstehen. Und da sei eine SP schlicht kein akzeptabler Partner, da die Differenzen mit den Sozialdemokraten zu gross seien.

Keine Gegenleistung für 2012

Die Gegenposition fasste der Muttenzer Gemeinderat Thomi Jourdan zusammen: "Bei den Regierungsratswahlen 2012 hat niemand nach der Ausrichtung von SP und Grünen gefragt. Wir konnten eben von ihnen profitieren. Und beide Parteien haben uns bei meiner Kandidatur massiv unterstützt." Darum stimme er jetzt für die Listenverbindung; aber auch deshalb, weil er "als grundsätzlich liberaler Geist" in der Politik der Grünen viel Übereinstimmendes sehe. Weitere Stimmen, wie jene von Ex-Vorstandsmitglied Peter Gröflin, mahnten die Zusammenarbeit an, um dem Rechtsrutsch im Kanton nicht noch weiteren Vorschub zu leisten.

Für den Alleingang stimmten schliesslich 23 von 33 stimmberechtigten Mitgliedern. Präsident Urs von Bidder bat die Unterlegenen, das Resultat zu akzeptieren. Dagegen wurde ein weiterer Antrag der Parteibasis mit 17:12 Stimmen angenommen, im Ständeratswahlkampf eine Wahlempfehlung abzugeben. Da jedoch keiner der drei Ständeratskandidaten Claude Janiak (SP), Christoph Buser (FDP) und Hans Furer (GLP) das selbst auferlegte Quorum von 23 Stimmen erreichte, bleibt es - konsequenterweise - dabei, dass die Baselbieter EVP am Wahlsonntag vom 18. Oktober keine andere Partei unterstützt.

Sara Fritz führt Nationalratsliste an

Gerade noch rechtzeitig vor der Nominationsversammlung konnte die EVP ihre Kandidatenliste vervollständigen. Mit dem bisher politisch noch unbekannten Bottminger Bauunternehmer Lukas Keller schaffen es die Evangelischen diesmal, mit einer kompletten Siebnerliste in den Wahlkampf zu steigen Spitzenkandidatin ist die Birsfelder Landrätin Sara Fritz, die sich allerdings über ihre Walchancen keine Illusionen macht: "Ich trete nicht wegen des Sitzes an, sondern damit unsere Werte im Wahlkampf gehört werden sollen."

Mit der neu in den Landrat gewählten Hölsteiner Primarlehrerin Andrea Heger und dem nicht wiedergewählten Gelterkinder Martin Geiser haben sich zwei weitere kantonale Parlamentarier zur Verfügung gestellt. Vervollständigt wird die Liste durch den Biel-Benkemer Gemeinderat Daniel Kaderli, der kürzlich in den Liestaler Einwohnerrat nachgerückten Sonja Niederhauser und dem politisch unbeschriebenen Muttenzer IT-Spezialisten Christian Muhmenthaler.
Prominente Abwesende sind der Muttenzer Gemeinderat Thomi Jourdan, der bei der Regierungsratsersatzwahl 2012 gegen Anton Lauber stolze 45 Prozent machte, sowie die Liestaler Landrätin Elisabeth Augstburger; beide haben sich bewusst gegen eine eigene Kandidatur entschieden.

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