Die CVP bleibt in der Baselbieter Regierung: Dank der bürgerlichen Allianz verteidigt sie mit Anton Lauber den Sitz des verstorbenen Peter Zwick mit 4586 Stimmen Vorsprung gegen den von der Linken unterstützten Thomi Jourdan (EVP). Die Wahlbeteiligung lag bei 33,2 Prozent.

Überraschungskandidat Jourdan, der 2001 bis 2009 im Landrat politisiert und sich dort in der Finanzkommission breiten Respekt erarbeitet hatte, schnitt damit besser ab als erwartet. Der 38-jährige Muttenzer Gemeinderat erhielt 26'281 Stimmen.

Der 52-jährige Allschwiler Gemeindepräsident Anton Lauber machte 30'867 Stimmen. Mit Lauber ist die fünfköpfige Regierung nun wieder komplett. Volkswirtschafts- und Gesundheitsdirektor Zwick war am 23. Februar einem Krebsleiden erlegen; seither zählte die Baselbieter Regierung vier Mitglieder.

Zweite Ersatzwahl innert sieben Wochen

Die letzte Regierungs-Ersatzwahl liegt nur sieben Wochen zurück: Damals galt es, den per Ende Juni zurücktretenden Finanzdirektor Adrian Ballmer (FDP) abzulösen. Das Rennen machte im zweiten Wahlgang Thomas Weber (SVP) als gemeinsamer bürgerlicher Kandidat. Der SP-Kandidat, Nationalrat Eric Nussbaumer, unterlag; er erzielte 4621 Stimmen weniger als Weber.

Mit der Wahl von SVP-Mann Weber sicherten sich die Bürgerlichen um SVP, FDP und CVP ihre bis in die 1940er-Jahre zurückreichende Regierungsmehrheit. Mit dem neu gewählten Lauber belegen wieder CVP, FDP, SVP, SP und Grüne je einen Sitz in der Baselbieter Exekutive.

Die SP verzichtete nach der Niederlage vom 21. April auf eine Kandidatur bei den Regierungs-Ersatzwahlen. Wie die Grünen unterstützte sie jedoch den Kleinparteien-Kandidaten Jourdan, der so in der Mitte eine Chance witterte. Tatsächlich obsiegte Jourdan nach einem sehr aktiven Wahlkampf in diversen Gemeinden und dies nicht nur in Stadtnähe.

Rechte Parteienallianz gefestigt

Inhaltlich vertritt auch Jourdan bürgerliche Positionen; er verhiess aber jugendlichen neuen Elan für die wegen Spardrucks angeschlagene Regierung. Dass Jourdan als Alternative zu dieser rechten Allianz auftrat, dürfte ihm mehr Stimmen gebracht haben, als dass seine expliziten Glaubensbekenntnisse abschreckten.

Doch am Ende setzte sich die traditionelle, einst "Bürgerliche Zusammenarbeit" (Büza) apostrophierte rechte Allianz mit potenter Wirtschaftsverbands-Unterstützung durch. Der Abstand zwischen den beiden Kandidaten ist nun zwar fast gleich gross wie am 21. April, doch die Wahlbeteiligung liegt diesmal 4,8 Prozentpunkte tiefer.

Lauber ist selbständiger Rechtsanwalt, seit 2004 Gemeindepräsident der mit rund 20'000 Einwohnern grössten Baselbieter Gemeinde Allschwil und Vizepräsident der CVP Baselland. Der 52-Jährige hatte sich schon 2006 um eine Regierungsratskandidatur beworben, war aber parteiintern dem inzwischen verstorbenen Zwick unterlegen.