Wenn Yves Bill über dieses Gefühl spricht, wirkt er verzückt. Auf seinem Gesicht macht sich ein Lächeln breit, er beginnt zu schwärmen: «Es ist der Hammer.» Damit meint Bill das Gefühl auf der Bühne zu stehen mit seinen Los Ventilos, während 3500 Gugge-Begeisterte im Publikum ihren Emotionen freien Lauf lassen. Yves Bill ist OK-Chef des 28. Guggekonzerts in Waldenburg. Warum das «der Hammer» ist, meint er auch zu wissen. «Es ist vor allem wegen des Publikums», sagt Bill mit Überzeugung, «alle, die hier sind, wollen uns hören, keiner ist nur zufällig hier.»

13 Guggemusiken treten auf dem Waldenburger Schulhausplatz auf, seit letztem Jahr drei in der angrenzenden Turnhalle. Mit Ausnahme der Böögge-Brätscher aus dem solothurnischen Welschenrohr stammen sie alle aus dem Baselbiet. Aus Pratteln, Diepflingen, Oberdorf, aus Waldenburg selbst oder Liestal. «Es sind etwa 30 Guggen, die jeweils gerne kommen würden», sagt Yves Bill, «damit würde das Konzert jedoch mehr als doppelt so lange dauern.» Vorrang habe das einheimische Schaffen. «Aber zwei Guggen von ausserhalb der Kantonsgrenzen mag es leiden.»

Immer prominente Moderatoren

Eine Besonderheit des Guggekonzerts der Oberdörfer Los Ventilos ist eine prominent besetzte Moderation. In der Vergangenheit führten durchs Programm schon Promis wie Fussballplaudertasche Sascha Ruefer, Miss Schweiz Linda Fäh, der Sissacher DJ Antoine von Weltruf oder Sven Epiney, der keinem Fernsehkonsumenten vorgestellt werden muss. In diesem Jahr ist die Reihe am 25-jährigen Basler Schauspieler, Moderator und Dampfplauderi Joël von Mutzenbecher. «Ich bin sehr geehrt», gibt von Mutzenbecher zu Protokoll, «dass ich als Städter an eine Fasnacht auf dem Land eingeladen werde.» Als Kind habe er die Fasnacht sehr gemocht. Dann, mit 14 oder 15 Jahren seien drei Jahre gekommen, in denen er sich «unglaublich gegen sie gewehrt» habe. «Das war wohl meine rebellische Phase.» Dann aber sei die Liebe zur Fasnacht zurückgekehrt. Kellner sei er gewesen, erzählt Joël von Mutzenbecher, in Zermatt, im Restaurant seines Vaters, als er sich 18-jährig mal wieder einen Tag frei für die Basler Fasnacht genommen habe. Seit diesem Tag stehe die Fasnacht wieder Fix in seiner Agenda.

Gugge als Stimmungskanonen

«Die Guggemusiken sind Stimmungsmacher sondergleichen», lobt er, «als ich noch am Mimösli mitmachte, war die Gugge vor der Pause ein Highlight.»

Ursprünglich fand der Konzertanlass in Oberdorf statt. Doch als das Sekundarschulhaus umgebaut werden musste, dislozierte er aus Platzmangel nach Waldenburg. 90 Helfer unterstützen die Ausgabe 2013. OK-Mitglied Peter Ehrenbogen über Neuerungen: «Heute gibts Risotto, wir wollen weg von Würsten und Schnitzelbrot.» Und «Drinnen haben wir einen neuen, aber älteren DJ.» Der letztjährige sei etwas zu jung gewesen und habe den Geschmack der «Ü30-Fraktion» wohl deshalb nicht wirklich getroffen.