Das Basel Tattoo startet am Freitag mit der diesjährigen Premiere in seine dreizehnte Runde. Bis zum 28. Juli werden auf dem Kasernenareal mehr als 20 verschiedene Bands und Formationen auftreten.

Die diesjährige Ausgabe wird laut Tattoo-Produzent Erik Julliard mehr schottische Einflüsse haben als bisher. «Es wird mehr Dudelsäcke und weniger schweizerische Darbietungen geben», kündigt er an.

Schotte lobt Basel Tattoo

Das dürfte insbesondere Sir Melville Jameson gefallen. Der schottische Brigadier war jahrelang der Produzent des Royal Edinburgh Military Tattoo, des grossen Vorbilds des Basler Musikfestivals.

Erst vor wenigen Wochen von der Queen geadelt, sitzt er nun an der Pressekonferenz im Boxkeller der Basler Kaserne und schwärmt von der bevorstehenden Show in Basel. Er freue sich, den Anlass hier vor Ort mitzuerleben und Top-Acts aus der Schweiz zu sehen.

Letzte Proben vor dem Basel Tattoo

Letzte Proben vor dem Basel Tattoo

Die Musiker und Tänzer des Basel Tattoo bereiten sich auf die Premiere am Freitag vor. Mit den Dudelsackspielern der Red Hot Chilli Pipers will die Show schottische Akzente setzen. Für Farbtupfer sorgt die Banda Monumental de Mexico, eine 100-köpfige Tanz- und Musiktruppe, welche sich bei ihrem Kostümen von den Azteken inspirieren liess.

Aber eben: Eigentlich steht beim diesjährigen Tattoo Jamesons Herkunftsland im Zentrum. Dennoch bedeutet der Schottland-Fokus nicht, dass der Anlass nun ausschliesslich traditionelle Beiträge im Programm hat. Im Gegenteil.

Gerade die Red Hot Chilli Pipers aus Glasgow setzen auf moderne Interpretationen traditioneller Melodien. Die achtköpfige Band zählt zu den bekanntesten Dudelsack-Formationen der Welt.

Zu Hause in Grossbritannien fegt die Band laut Melville regelmässig ihre Besucher weg. Beim Soundcheck zeigt sie, wie das aussieht. Mit elektrischer Gitarre, Schlagzeug und Dudelsack spielen sie sich vor den noch leeren Tribünen mit «Smoke on the Water» ein. Statt strenger Formationen gibt es wilde Gitarreneinlagen: Deep Purple mit einer Prise Dudelsack sozusagen.

Traditionen treu geblieben

Trotz schottischer Einflüsse bleiben die Organisatoren des Basel Tattoos den Traditionen des Anlasses und den üblichen Schweizer Formationen treu. Nicht fehlen darf auch in diesem Jahr das Top Secret Drum Corps, das für seine präzisen Choreografien und Spezialeffekte bekannt ist. Florian Hediger, Mitglied der bekannten Basler Trommler, verspricht Feuerwerke und selbst ausgetüftelte Trommelschlägel mit Feuereffekten.

Ebenfalls wie gewohnt mit dabei ist die Schweizer Militärmusik – besser gesagt ihr Aushängeschild, die Swiss Army Central Band. Für das diesjährige Basel Tattoo arbeiten die besten Nachwuchsmusiker des Landes mit der erst 22-jährigen Alphornsolistin Lisa Stoll zusammen.

Genau wie den anderen Teilnehmenden auch, bleiben den Beteiligten gerade einmal zweieinhalb Tage Zeit, um die gesamten Abläufe einzustudieren. «Eine Herausforderung», wie der musikalische Direktor Major Aldo Werlen betont.

Keine Gratistickets für Anwohner

Wie im Vorjahr wird es auch dieses Jahr keine kostenlosen Anwohnertickets mehr geben. René Häfliger vom Tattoo-OK erklärt, die Aktion mit den Gratistickets sei «missbraucht» worden: «Es hatte zu viele Leute, die einfach mal hingegangen sind und sich dann wie Trunkenbolde benommen haben.»

Möglicherweise hat das OK auch deswegen US-amerikanische Cheerleaderinnen eingeladen. Die Sportart, die ursprünglich auch eingeführt wurde, um junge Männer bei Sportanlässen vom unkontrollierten Trinken abzuhalten, findet zum ersten Mal Platz im Tattoo-Programm.

Im Programmtext werben die Veranstalter mit dem «strahlenden Lächeln der 40 jungen Damen», von denen es einzelne «sogar schon auf die Titelseite bekannter amerikanischer Magazine» geschafft hätten.

Ob der Rückgriff auf schöne junge Frauen hilft, um mehr Publikum anzulocken? Die Veranstalter hoffen nämlich, dass noch einige Tickets über den Tisch gehen. Denn auch wenn Julliard betont, dass der Ticketverkauf besser als noch letztes Jahr gelaufen sei, wurden bis anhin erst 76 Prozent der Tickets verkauft. Das bedeutet, dass noch rund 20 000 Tickets zu haben sind. Schon in den vergangenen Jahren hatte der Anlass mit Rückgängen im Ticketverkauf zu kämpfen.