Jubiläum
Wortschlacht: Im Sud streiten sich die Dichter

Slammerinnen und Slammer aus der ganzen Schweiz reimen zum 25. Mal um die Wette – und um eine Flasche Whiskey. Die verschiedenen Texte, bei denen keine Hilfsmittel und Requisiten, sondern nur die eigene Stimme und Fantasie gebraucht werden darf, unterhalten die Lauschenden diesen Samstag im Sudhaus.

Olivia Meier
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Immer Fullhouse: Der Slam Basel, moderiert von Laurin Buser, ist nicht mehr aus der Basler Literaturszene wegzudenken.

Immer Fullhouse: Der Slam Basel, moderiert von Laurin Buser, ist nicht mehr aus der Basler Literaturszene wegzudenken.

Kulturverein Slam Basel

Das Sudhaus hat eine neue Leitung, was bleibt ist der Slam Basel. Dieser geht am Samstag in die nächste Runde. Und das zum 25. Mal. Alle zwei Monate treffen sich Slammerinnen und Slammer aus der Schweiz und dem Ausland im Sud, um mit ihren Texten gegeneinander anzutreten. Organisiert wird der Dichterwettstreit vom Kulturverein Slam Basel, der auch den Slam auf der Dachterrasse des «Viertels» (ehemals Hinterhof) veranstaltet.

Das Publikum bildet dabei die Jury und bewertet die Poeten mit den Noten eins bis zehn. Über den Sieger des Slam Basel entscheidet die Lautstärke des Applauses. Wie immer führt Laurin Buser durch den Abend. Der 26-jährige Poet, Schauspieler und Rapper gewann bereits zwei Mal die Schweizer Meisterschaften und einmal die deutschsprachigen U 20-Poetry-Slam-Titelkämpfe.

Mit seiner direkten Art und vielen spontanen Sprüchen moderiert Buser seit Jahren Slam-Abende in der Region. Meist im Sud, aber im August auch im Amphitheater von Augusta Raurica oder im Viertel – und das mit schwarzem Humor. So bezeichnet er sich und Gleichaltrige doch als «die Generation, die sich selber hasst.»
Der 25. Slam Basel hat ein vielfältiges Line-up: Von den sieben Slammmerinnen und Slammern stammen vier aus Deutschland.

Von fliegenden Schildkröten

Der Allschwiler Max Kaufmann, 16 Jahre jung, vertritt morgen Samstag mit Jan Rutishauser aus dem Thurgau und Miriam Schöb aus St. Gallen die schweizerische Minderheit. Seit er 13 Jahre alt ist, wandert der Gymnasiast mit seinen Texten durch die ganze Schweiz.

Vergangenen Februar wurde er, der sich mit lustigen Texten einen Namen gemacht hat, zum U 20-Poetry-Slam-Meister gekürt und trat am letzten Jugendkulturfestival mit seinem Text «Von fliegenden Schildkröten, Testosteron und Max» auf. Aus der deutschen Hauptstadt reist Hauke Prigge an, um seine Poesie zu teilen und den Preis, eine Flasche Whisky, nach Berlin zu bringen. Er ist Mitveranstalter und Moderator des «Poetry im Park». Ein Open-Air Slam in Lauenbrück, nahe Bremen, der in Norddeutschland ein anerkannter Anlass ist. Auch Jonas Treibel aus Speyer wird die deutsche Seite vertreten, gemeinsam mit Björn H. Katzur aus Kiel und Leticia Wahl aus Marburg.

Der literarische Wettbewerb beginnt um 20.15 Uhr. Die verschiedenen Texte, bei denen keine Hilfsmittel und Requisiten, sondern nur die eigene Stimme und Fantasie gebraucht werden darf, unterhalten die Lauschenden bis etwa 23 Uhr.

Slam Basel Morgen Samstag, 20.15 Uhr, Sud, Burgweg 7

Infos unter: www.slambasel.ch