Ramstein
Worte sagen mehr als Brillen

Erneut sorgt der Basler Optiker mit einer Werbekampagne für Aufsehen. Nur Farben und Worte stehen da, von Models mit Brillen keine Spur.

Meret Knaack
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Augenfällig: das gelungene Design von Peter Gartmann und Sabina Roth.

Augenfällig: das gelungene Design von Peter Gartmann und Sabina Roth.

zvg

Die Plakat-Kampagne von Ramstein Optik ist seit 1995 das Markenzeichen des Geschäfts an der Sattelgasse. Basler Prominente, die keine Brillenträger sind, und Schönheitsobjekte wie Blumen, die Oberflächen von Wasser oder menschliche Augen waren in den vergangenen Jahren Sujets. Nun kommt Ramsteins dritte, völlig neue Linie auf die Plakate. Dies wie immer am Mittwoch vor der Basler Fasnacht. Denn dann sind immer besonders viele Leute in der Stadt, der Beachtungsgrad ist entsprechend hoch.

Anspruchsvolle Werber

Der Slogan «Die Macht der Worte» ist zwar auf derselben Ebene subjektiv, wie der vorherige Slogan «Schönheit sehen» und das Motto des Geschäftes «Wer willst du sein?», der beim Kauf einer Brille massgebend sein soll. Ebenso verzichtet die dritte Linie wie die Vorherige auf das Zeigen einer Brille, womit das Geschäft ein gewisses Risiko eingeht: «Wir erwarten viel von den Leuten. Sie müssen genau lesen, hinsehen oder verstehen», sagt Theo Schäfer, Werbe- und Marketingleiter von Ramstein Optik. Doch kann davon ausgegangen werden, dass zumindest die Basler und Baslerinnen bei dem Namen Ramstein wissen, dass es sich nicht um eine Würstchen-Bude handelt.

Emotionale Worte

Das Geschäft spielt in seiner neuen Kampagne mit dem bewussten und unbewussten Bewirken von Worten und Farben in den Menschen. Entwickelt wurde das Konzept von Geschäftsinhaber Andreas Bichweiler. Die Gestaltung übernahmen erneut Peter Gartmann und Sabina Roth. Die senkrecht auf farbige Flächen geschriebenen Worte sind allesamt emotional und lösen so im jeweiligen Subjekt eine je eigene Wirkung aus: Verliebt, pfiffig, staunen, sonnig, träumen, scharf, charmant und syydig. «Mit der Auswahl der emotionalen Worte in Kombination mit der farblichen Unterlegung wollen wir für einen gewissen Entfremdungseffekt sorgen. Die Leute sollen das Ungewöhnliche wahrnehmen und nicht bloss sehen», erklärt Schäfer. Der Assoziationsraum ist dabei bewusst sehr weit offengelassen. Da will man die Menschen nicht in eine Richtung drängen.

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