Preisvergleich
Wochenendtrip: Der Kluge reist ... Ja in was denn eigentlich?

Wochenendtrips mit dem Flugzeug oder dem Zug? Preislich gibt es grosse Unterschiede. Wer ökologisch reisen will, sollte sich schon früh über die bestehenden Optionen informieren - und bei seinem Reiseziel flexibel sein.

Chloé Oberholzer
Drucken
Teilen
Wer heutzutage ökologisch und günstig reisen will, sollte von Spontanentscheiden absehen.

Wer heutzutage ökologisch und günstig reisen will, sollte von Spontanentscheiden absehen.

Kenneth Nars

Wer das lange Auffahrtswochenende für einen Kurztrip ins Ausland nutzen will, steht bald wieder vor Entscheidungsschwierigkeiten. Festlegen müssen Reiselustige sich aber nicht nur auf eine Wunschdestination, sondern auch auf das Vehikel, welches sie dorthin bringt.

Angesichts der aktuellen Klimadebatte tendieren viele Baslerinnen und Basler eher dazu, die ökologischere Zugvariante zu wählen. Wer aber nur ein kleines Reisebudget hat, muss sich einer weiteren Frage stellen: «Was ist denn nun günstiger — Zug fahren oder fliegen?» Die Schweiz am Wochenende hat sich dieser Frage angenommen und einen Online-Preisvergleich zwischen Zugbilletts und Flugtickets angestellt. Die ausgewählten Zugfahrten und Flüge mussten im Hinblick auf Abfahrts- und Reisezeit den selben Vergleichskriterien gerecht werden.

Grosse Unterschiede

Das Fazit: Je nach Destination unterscheiden sich Flug- und Zugpreise stark. Eine eindeutige Antwort auf die Kostenfrage gibt es aber nicht. Fest steht jedoch, dass etwa ein Zugpassagier, welcher über Auffahrt nach Hamburg reisen will, 43 Franken mehr zahlt, als wenn er den Luftweg in die Hansestadt genommen hätte.

Selbst Halbtax und SBB-Supersparbillett ändern daran nichts. Ein Kurztrip nach Berlin ist ohne Halbtax ebenfalls teurer. «Preisvergleiche zwischen Zug und Flug sind von verschiedenen Faktoren wie dem Datum und der Vorlaufszeit abhängig», sagt SBB-Sprecher Raffael Hirt. Ausserdem sei die SonntagsZeitung letzte Woche in einer wissenschaftlich fundierteren Analyse zum Schluss gekommen, dass Zugverbindungen für viele Städtereisen günstiger seien als Flüge.

«Um Zugreisen für Reisende attraktiver zu machen, bieten die SBB und ihre europäischen Reisepartner bereits heute Sparangebote mit Rabatten von bis zu 70 Prozent an», sagt Hirt. Zudem solle das Platzangebot für Reisende nach Deutschland, Frankreich und Italien dank neuen Zügen erhöht werden. «Weil diese über mehr Sitzplätze verfügen, können wir auch mehr Sparbillette anbieten», sagt Hirt.

Flugbuchungen sind einfacher

Was aus Kundensicht abgesehen vom Kostenpunkt gegen den Online-Erwerb eines Zugtickets spricht: Flugbuchungen sind einfacher. Das Buchungsangebot auf der SBB-Webseite ist unübersichtlich, einzelne Sparangebote zu vergleichen aufwendig. «Die Schwierigkeit liegt darin, offene Systeme ohne Reservationspflicht und mit statischen Preisen wie diejenigen der Schweiz und Deutschland und geschlossene Systeme mit Reservationspflicht und dynamischen Preisen wie diejenigen von Frankreich und Italien miteinander zu vereinbaren», so Hirt. Ab 2020 sollen Sparangebote dank eines neuen Buchungssystems besser ersichtlich und über mehrere Tage vergleichbar werden.

Wer ökologisch und günstig reisen will, darf nicht ad hoc entscheiden

(Quelle: Jo Vergeat Grossrätin des grünen Bündnisses)

Jo Vergeat, Grossrätin Grünes Bündnis, ist sich der Problematik bewusst. «Dass vor allem junge Leute aus Kostengründen mit dem Flugzeug verreisen, kann ich schon verstehen.» Günstige Alternativen seien jedoch vorhanden. «Um diese zu nutzen, muss man sich eben schon früher damit auseinandersetzen und darf nicht einfach ad hoc entscheiden.» Das Problem müsse von oben relativiert werden. Die Standesinitiative für eine Abgabe auf Flugtickets und eine internationale Kerosinsteuer, die das Basler Parlament beim Bund einreichte, sei ein Schritt in die richtige Richtung. Wer ökologisch und günstig verreisen will, muss sich Spontanentscheide abgewöhnen. Oder bei der Auswahl seines Ziels flexibel sein.

Aktuelle Nachrichten