Süffig
Volt, Ampère und Ohm– der neue Saft für die Basler Biertrinker

Die jüngste Basler Brauerei heisst Volta. Es reiht sich ein in eine Bier-Geschichte, die immer vielfältiger wird. Das warme Wetter beschert den Brauern hübsche Umsätze.

Lucien Haering
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«Na dann, Prost!» Jarin Huber, Betriebsleiter von Volta Bräu, hat ein kühles Blondes gezapft.

«Na dann, Prost!» Jarin Huber, Betriebsleiter von Volta Bräu, hat ein kühles Blondes gezapft.

Nicole Nars-Zimmer

Was gibt es an solch heissen Sommertagen besseres, als ein kühles, erfrischendes Bier? Nicht viel. Bei diesen hohen Temperaturen schütten die Synapsen in unserem Gehirn bereits Dopamin aus, wenn wir uns dies nur vorstellen. Wir verbinden das Bild eines eiskühlen Glases Bier, an welchem sich Kondenswasser bildet, mit Erfrischung.

Ob gezapft an einer der fünf Basler Buvetten entlang des Rheinufers, direkt aus dem eigenen Kühlschrank zum Barbecue oder ab Werk in einem der vielen, braueigenen Restaurants; die Basler Brauereien laufen auf Hochtouren. Einige davon sind traditionelle und langjährige Betriebe, andere sind erst seit kurzem Teil des Marktes. Die Nachfrage nach deren Angebot ist gross.

Drei verschiedene Biere

Einer der jungen Anbieter ist Volta Bräu. Das direkt am Voltaplatz gelegene Brauhaus ist zusätzlich Biergarten und Bar und noch kein Jahr alt. «Ich bin sehr zufrieden, wie der Betrieb läuft. Vor allem unter der Woche sind die Besucherzahlen überraschend hoch», meint Jarin Huber, Betriebsleiter von Volta Bräu. Eine gewisse Konsistenz vor allem von spätem Publikum, das nach 23 Uhr abends im Lokal einkehre, bleibe jedoch aus. Dies dagegen sei normal für neuere Betriebe.

Volta Bräu braut drei komplett verschiedene Biere. Volt, Ampère und Ohm. Volt ist ein Lagerbier, Ampère ein Red Ale, Ohm ein India Pale Ale (IPA). Nach Verkaufszahlen zu Urteilen macht das Volt 50 Prozent des Spartenumsatzes aus und ist das beliebteste bei der Kundschaft. Der Betrieb verfügt über ein 10 Hektoliter-Sudhaus, in welchem derzeit 2000 Liter Bier pro Woche gebraut werden. Volta Bräu ist Teil der Krafft Gruppe. Folglich werden die eigenen Biere auch in den beiden Betrieben Krafft und Consum ausgeschenkt. Dennoch wird 60 Prozent des Gebrauten im eigenen Lokal gezapft.

Ferner eröffnet die Krafft Gruppe im Januar 2016 das neue 4-Sterne Hotel Nomad am Brunngässlein 8. Da wird das Trio Volt, Ampère, Ohm auch zu finden sein. Eine Konkurrenz in den anderen Mitbewerbern auf dem Platz Basel sieht er allerdings nicht: «Da wir kein Bier abfüllen oder anderweitig als in unseren eigenen Lokalen vertreiben, läuft das Geschäft der Konkurrenz eher parallel.» Zukunftspläne gibt es noch nicht. Zuerst wird einmal die Bilanz Ende des Jahres abgewartet. «Gegenwärtig ist das Ziel, die wöchentliche Produktion konstant zu halten.» Mit der Neueröffnung des Hotel Nomad könne es sein, dass die Brauanlage optimiert werden muss.

Nur bis drei Deziliter gesund

Das Brauhaus will kein Servicepersonal einstellen. Grund dafür sind die verschiedensten Kundensegmente – vom Student bis zum Geschäftsmann: «Es soll keine Hemmschwelle entstehen, bestellen zu müssen, wenn das Glas leer ist. Jeder soll sich wohlfühlen. Teil dieses Konzepts ist die Selbstbedienung.»

«Bier ist gesund – solange man es nicht säuft.» Diese Aussage der legendären Braumeisterin der Klosterbrauerei Mallersdorf, Klosterschwester Doris Engelhardt, hat etwas an sich. Nicht so viel allerdings, wie man sich erhoffen könnte. Ein risikofreier Alkoholkonsum begrenzt sich auf ein einziges Glas Bier (3 dl) pro Tag. Dies gilt als gemässigter Konsum. Ab da geht der Gesundheitsfaktor verloren.

«Wir weisen auf einen massvollen Konsum von Alkohol hin», sagt Brigitte Buri von der Schweizerischen Gesellschaft für Ernährung. Grund dafür ist, dass die risikoarme Menge beinahe immer überschritten wird. Zudem rät Buri aus gesundheitlichen Gründen alkoholfreie Tage einzubauen.

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