Konzert
Unsere 5 sehr persönlichen Höhepunkte aus dem Joggeli

Heute spielen Metallica im Joggeli, also im Basler St. Jakob-Park. Sie sind nicht die ersten Weltstars, die den Weg nach Basel gefunden haben. Zur Feier des Tages erzählen fünf bz-Redaktionsmitglieder von ihren Konzerterlebnissen.

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Heute Abend werden die Metallica-Fans im Joggeli auf ihre Kosten kommen. (Symbolbild)

Heute Abend werden die Metallica-Fans im Joggeli auf ihre Kosten kommen. (Symbolbild)

Keystone
Rolling Stones, 1982: Das Konzert war ausverkauft. So fahre ich zum Birsufer. Dort hat sich eine bunte Gemeinschaft akustischer Trittbrettfahrer versammelt. Auch Sarina war da, ich kannte sie nicht gut, aber sie war auffällig: blond und umwerfend hübsch. Wir scherzten einen Abend lang, grölten die Hits mit. Sie war zu schön und Lichtjahre zu weit weg, um erreichbar zu sein. Egal: Hauptsache Stones. Ein paar Jahre später sehen wir uns wieder. «Ich war so schrecklich verliebt in Dich», sagt sie. Ich: «Du hast nichts gesagt.» Sie: «Du hast nichts gemerkt.» Ich: «Ich Depp.» Sie: «Du Depp.» Wie hiess es doch? «I can’t get no...». (Stefan Schuppli)

Rolling Stones, 1982: Das Konzert war ausverkauft. So fahre ich zum Birsufer. Dort hat sich eine bunte Gemeinschaft akustischer Trittbrettfahrer versammelt. Auch Sarina war da, ich kannte sie nicht gut, aber sie war auffällig: blond und umwerfend hübsch. Wir scherzten einen Abend lang, grölten die Hits mit. Sie war zu schön und Lichtjahre zu weit weg, um erreichbar zu sein. Egal: Hauptsache Stones. Ein paar Jahre später sehen wir uns wieder. «Ich war so schrecklich verliebt in Dich», sagt sie. Ich: «Du hast nichts gesagt.» Sie: «Du hast nichts gemerkt.» Ich: «Ich Depp.» Sie: «Du Depp.» Wie hiess es doch? «I can’t get no...». (Stefan Schuppli)

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Michael Jackson, 1988: Ich war kein Fan des «King of Pop» und besuchte auch nicht wegen dessen Musik das Konzert. Mich interessierte die Show. Was vor 50'000 Zuschauern abging, war erste Sahne. Jackson tigerte gute zwei Stunden auf der Bühne umher. Ich war beeindruckt. Und fasziniert von der Lichtshow, die nicht zu überbieten war. Das Konzert hatte sich in jeder Beziehung gelohnt, auch wenn meine Autofahrt nach Basel nicht reibungslos verlief: Stau selbst auf Schleichwegen und eine Beule im Auto. (Simon Tschopp)

Michael Jackson, 1988: Ich war kein Fan des «King of Pop» und besuchte auch nicht wegen dessen Musik das Konzert. Mich interessierte die Show. Was vor 50'000 Zuschauern abging, war erste Sahne. Jackson tigerte gute zwei Stunden auf der Bühne umher. Ich war beeindruckt. Und fasziniert von der Lichtshow, die nicht zu überbieten war. Das Konzert hatte sich in jeder Beziehung gelohnt, auch wenn meine Autofahrt nach Basel nicht reibungslos verlief: Stau selbst auf Schleichwegen und eine Beule im Auto. (Simon Tschopp)

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Metallica, 1991: «Monsters of Rock»: Der Name ist Programm. Im August 1991 beehrt die Weltelite des harten Gitarrenklangs Basel. 50'000 Metal-Jünger pilgern. Metallica fegen mit – heute verbotenen – 110 Dezibel durchs Joggeli. Hauptact AC/DC wirkt trotz des wild umher hampelnden Angus Young wie ein lauer Furz. Die Legende besagt, dass Metallica noch im 20 Kilometer entfernten Rodersdorf zu hören waren. Was ich weiss: Die Trasher «bescherten» dem Nachwuchsrocker ein Angst einflössendes Ohrenpfeifen, das erst Tage später verschwand. Trotz der unschönen Begleiterscheinung war der Virus gepflanzt: Ich werde heute wieder da sein. (Hans-Martin Jermann)

Metallica, 1991: «Monsters of Rock»: Der Name ist Programm. Im August 1991 beehrt die Weltelite des harten Gitarrenklangs Basel. 50'000 Metal-Jünger pilgern. Metallica fegen mit – heute verbotenen – 110 Dezibel durchs Joggeli. Hauptact AC/DC wirkt trotz des wild umher hampelnden Angus Young wie ein lauer Furz. Die Legende besagt, dass Metallica noch im 20 Kilometer entfernten Rodersdorf zu hören waren. Was ich weiss: Die Trasher «bescherten» dem Nachwuchsrocker ein Angst einflössendes Ohrenpfeifen, das erst Tage später verschwand. Trotz der unschönen Begleiterscheinung war der Virus gepflanzt: Ich werde heute wieder da sein. (Hans-Martin Jermann)

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AC/DC, 2002: Meine Jugendgötter Guns'n'Roses waren in Basel gewesen, genauso wie Metallica, aber da war ich elf Jahre alt und durfte nicht alleine hin. Und an die Konzerte mitkommen wollte mein Vater auch nicht – unter Berufung seines Lieblingsscherzes, er könne kranken Menschen nicht bei der Arbeit zuschauen. Und so musste ich 20 Jahre alt werden, ehe ich zum ersten und bisher einzigen Mal ein Konzert im neuen Joggeli sehen durfte: AC/DC war die Band und ich so mittelmässig begeistert. Und nochmals 12 Jahre sollte es dauern, bis zu meinem heutigen, zweiten Konzertbesuch im St. Jakob. Ich zähl die Stunden. (Leif Simonsen)

AC/DC, 2002: Meine Jugendgötter Guns'n'Roses waren in Basel gewesen, genauso wie Metallica, aber da war ich elf Jahre alt und durfte nicht alleine hin. Und an die Konzerte mitkommen wollte mein Vater auch nicht – unter Berufung seines Lieblingsscherzes, er könne kranken Menschen nicht bei der Arbeit zuschauen. Und so musste ich 20 Jahre alt werden, ehe ich zum ersten und bisher einzigen Mal ein Konzert im neuen Joggeli sehen durfte: AC/DC war die Band und ich so mittelmässig begeistert. Und nochmals 12 Jahre sollte es dauern, bis zu meinem heutigen, zweiten Konzertbesuch im St. Jakob. Ich zähl die Stunden. (Leif Simonsen)

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Simon & Garfunkel, 2004: Beinahe genötigt wurde der Sohn, mit den Eltern an ein Nostalgie-Konzert zu gehen: «Hoffentlich sieht mich keiner! Everly Brothers? Wer sind die denn? Und Simon & Garfunkel?» Okay, diese Lieder laufen daheim immer mal wieder auf dem Plattenteller. Das neue Joggeli von innen, auch mal nicht schlecht. Und die Eltern! Wie sie schwelgen, träumen von ihrer Jugend, geniessen die Openair-Atmosphäre, sind einfach weg. Nach dem Konzert die bange Frage der Mutter, ob es dem Sohn gefallen hat? Schlimm? «Nein», kommt die Antwort. «Diese Harmonie der Stimmen. Mir kamen beinahe die Tränen.» (Esther Staub)

Simon & Garfunkel, 2004: Beinahe genötigt wurde der Sohn, mit den Eltern an ein Nostalgie-Konzert zu gehen: «Hoffentlich sieht mich keiner! Everly Brothers? Wer sind die denn? Und Simon & Garfunkel?» Okay, diese Lieder laufen daheim immer mal wieder auf dem Plattenteller. Das neue Joggeli von innen, auch mal nicht schlecht. Und die Eltern! Wie sie schwelgen, träumen von ihrer Jugend, geniessen die Openair-Atmosphäre, sind einfach weg. Nach dem Konzert die bange Frage der Mutter, ob es dem Sohn gefallen hat? Schlimm? «Nein», kommt die Antwort. «Diese Harmonie der Stimmen. Mir kamen beinahe die Tränen.» (Esther Staub)

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