Zoo Basel
Tierschützer gehen gegen das Basler Ozeanium vor

Am Montag stellt der Zolli die nächsten Schritte für das Grossaquarium vor. Einen Tag später werden bereits die Kritiker nachstossen, nämlich die Tierschützer um Franz Weber. Doch mit dieser Haltung sind sie sogar unter ihresgleichen isoliert.

Nicolas Drechsler
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Im Jahre 2020 soll das Ozeanium auf der Heuwaage seine Türen öffnen. Aussenansicht
14 Bilder
Das Ziel der Projektträger des Basler Zoo ist klar: Es wird ein Zentrum für Umweltbildung entstehen, welches ein markantes Zeichen setzt für Naturschutz und Nachhaltigkeit. Eingang
Der Zoo Basel wird die Finanzierung und den Betrieb ohne jede behördliche Unterstützung sicherstellen. Quallen-Aquarium
Das geplante Ozeanium wird reich sein an Attraktionen. Schwarm-Aquarium
Spektakuläre Aquarien mit Korallenriffen... Korallen-Aquarium
...eine faszinierende Abfolge von Lebensräumen, von denen jeder seine eigene Geschichte hat... Korallen-Aquarium
...eine endlos lange Schwimmbahn für Pinguine... Pinguine von unten
...Schwärme von Leuchtfischen... Schwarm-Aquarium
..Haie, Seeotter und ein spektakulärer Riesenoctopus werden alle Platz finden. Offener Ozean Aquarium
Der Zoo Basel sieht das Ozeanium als perfekte Ergänzung zum bestehenden Vivarium. Offener Ozean Aquarium
Das Ozeanium wird so wenig Energie, wie nur möglich, verbrauchen; alle Ressourcen werden mehrfach genutzt. Längsschnitt
Neben Solaranlagen und der Abwärme von Pumpen wird auch die Abwärme der Besucher rezykliert. Querschnitt
Die Erstellungskosten werden knapp über 100 Millionen Franken betragen. Querschnitt
Das Geld soll vor allem über Spenden zusammenkommen. Querschnitt

Im Jahre 2020 soll das Ozeanium auf der Heuwaage seine Türen öffnen. Aussenansicht

Zur Verfügung gestellt

Noch ist kein Kubikmillimeter Erde bewegt worden für das Basler Ozeanium, und schon stehen die Kritiker auf der Matte. Am Montag stellt der Zolli seine genaueren Pläne für das Grossaquarium an der Heuwaage vor, das den nächsten Entwicklungsschritt für den Zolli bringen soll.

Und bereits für am Dienstag lädt die Fondation Franz Weber zu einer Medienkonferenz in Basel, an der sie den Journalisten erklären möchte, «warum Meeresaquarien weder zeitgemäss und nachhaltig sind, noch effektiv zum Schutz der Ozeane beitragen».

Mit ihrer generellen Ablehnung von Grossaquarien steht die Fondation selbst unter Tierschutzorganisationen ziemlich isoliert da. Letzte Woche wurde in Lausanne der Grundstein für einen riesigen Komplex mit Hotel, Kongresszentrum und einem Grossaquarium gelegt. Dahinter steht neben der BOAS-Gruppe des Schweizer Unternehmers Bernard Russi und der Fondation Aquatis, die sich mit Fragen des Gewässerschutzes befasst, auch der WWF Schweiz.

So soll die Lausanner Variante des Ozeaniums aussehen: Das Aquatis entsteht neben einem Hotel mit Kongresszentrum.

So soll die Lausanner Variante des Ozeaniums aussehen: Das Aquatis entsteht neben einem Hotel mit Kongresszentrum.

zvg/© yves-andre.ch

Tierschutz im Aquarium

Die weltweit operierende Tier- und Umweltschutzorganisation hat nicht nur kein Problem mit dem Aquarium, sondern unterstützt sogar den Bau eines solchen. «Wir legen heute nicht nur den Grundstein für ein Aquarium, sondern für ein echtes Wissenschafts- und Kulturprojekt zur Sensibilisierung für Umweltfragen», betonte der Museologe Michel Etter am Anlass in Lausanne.

Darin dürfte auch der Ansatz des Aquatis liegen, mit dem es den Kritikern den Wind aus den Segeln nimmt. Die 10’000 Lebewesen in den 56 Becken des Zentrums sollen vor allem auch der Erforschung und der Erklärung der verschiedensten Unterwasserwelten der Erde dienen. Und so die Menschen dazu anregen, mehr für ihren Schutz zu tun.

Dieses Anliegen brachte den Initianten neben dem WWF, dem Wissenschaftsmuseum von Barcelona und dem Aquarium von La Rochelle (F) auch noch einen weiteren der Tierquälerei unverdächtigen Partner ins Boot: die Hilfsorganisation Helvetas. Ihr geht es vor allem darum, das Wissen um die Wichtigkeit der Wasserwelten auch für die Menschen in südlichen Ländern zu fördern.

Tue Gutes und rede darüber

Der Zolli wäre wohl gut beraten, er würde bei der Kommunikation seines Grossaquariums ebenso verstärkt auf Forschung und Erziehung setzen. Die Lausanner Konkurrenz macht vor, wie man sich auf erwartete 320’000 Besucher pro Jahr freuen kann, ohne die Tierschutzorganisationen vor der Türe zu haben.

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