In den ersten neun Monaten 2012 habe die Wertschöpfung in der Nordwestschweiz bloss um 0,6 Prozent zugelegt, teilte Studien-Autor Rainer Füeg mit. Seine Prognose für 2012 vor Jahresfrist war bei 0,7 Prozent gelegen. Für 2013 erwartet Füeg 0,8 Prozent mehr regionale Wertschöpfung - denselben Wert wie 2011 resultiert hatte.

In den ersten drei Quartalen des laufenden Jahres seien die Kapazitäten der regionalen Wirtschaft gut ausgelastet gewesen, schreibt Füeg weiter. Die Binnennachfrage habe zugenommen, und die Nachfrage aus Deutschland und einigen aussereuropäischen Ländern sei stabil geblieben. So habe sich auch der Arbeitsmarkt gehalten.

Branchen-Unterschiede

Wegen des starken Frankens und so tiefer Margen habe jedoch die Wertschöpfung der Exportwirtschaft kaum mehr zugelegt, und im Handel sei sie gar zurück gegangen. Zudem sei Kaufkraft ins nahe Ausland abgeflossen. Dafür habe sich in der Finanzwirtschaft das Aufräumen positiv ausgewirkt, und die Baubranche wachse weiter.

Unter dem Strich habe in den ersten drei Quartalen die Wertschöpfung bei der Öffentlichen Hand mit 1,5 Prozent am meisten zugelegt und mit -8,2 Prozent in der Landwirtschaft am stärksten nachgelassen. Die Beschäftigung stieg mit 1,2 Prozent bei der Industrie am meisten; Schlusslicht war die Landwirtschaft mit -0,9 Prozent.

Für das kommende Jahr erwartet Füeg punkto Wertschöpfung in der Nordwestschweiz eine "ähnlich schwache Entwicklung wie im Jahre 2012". Auch der regionale Arbeitsmarkt dürfte trotz schwachem Silberstreifen am Konjunkturhorizont der meisten Branchen bloss um ein halbes Prozent zulegen.

Kaffeesatz lauwarm

Die Studie rechnet mit leicht positiven Signalen aus den USA für die Weltwirtschaft. Unsicherheiten brächten derweil die Probleme im mittleren Osten sowie Spannungen zwischen China und Nachbarländern. China werde aber wohl zulegen, während die Eurozone bestenfalls stagniere. Insgesamt stabilisierten sich Schweizer Exportmärkte.

Für die Schweiz nennt die Studie als positive Faktoren für 2013 eine anhaltende Zuwanderung sowie eine kaum rückläufige Bautätigkeit dank weiter tiefen Zinsen. Für die Nordwestschweiz verändere sich die Ausgangslage damit kaum - sofern keine bedeutenden politischen Veränderungen eintreten.

Füeg traut im einzelnen der Pharmabranche Wachstum zu, während die MEM-Branche gemischte Aussichten habe. Die Wertschöpfung der regionalen Exportwirtschaft werde so knapp zwei Prozent wachsen. Der breite Dienstleistungssektor hingegen lege nur ein halbes Prozent zu, während das Gewerbe insgesamt wohl stagniere.