Parking-Streit
Streit um den Untergrund beim Picassoplatz geht weiter

Beim Streit um das Innenstadt-Parking haben die Behörden die Einsprache abgelehnt. Die unterlegenen Architekten kämpfen weiter, weil die Behörde in ihren Augen auf eine differenzierte Auseinandersetzung ihren Argumenten verzichte.

Moritz Kaufmann
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Erweiterungsbau beim Kunstmuseum in Basel.

Erweiterungsbau beim Kunstmuseum in Basel.

zvg/Archiv

Es ist ein Prestigeprojekt, der Erweiterungsbau des Basler Kunstmuseums. Das Gebäude der bekannten Basler Architekten Christ und Gantenbein wird nun aber immer tiefer in den Strudel der Streitigkeiten zwischen dem Kanton und einem privaten Architekten gezogen. Wie das «Regionaljournal» berichtete, hat der Architekt Klaus Schuldt vom Basler Planungsbüro Cobourg AG eine Einsprache gegen das Gebäude erhoben. Gegenüber der bz begründet Schuldt: «Der projektierte Verbindungsbau steht im Widerspruch zum Bebauungsplan.» Am 21. Juni lehnte das Bau- und Gastgewerbeinspektorat den Rekurs der Cobourg AG ab – die Firma sei nicht legitimiert. Schuldt: «Die Behörde verzichtete auf eine differenzierte Auseinandersetzung mit unseren Argumenten.» Er hat deshalb vorsorglich Rekurs angemeldet.

Plötzlich war alles anders

Schuldt hat seine Gründe. Als es darum ging, eine Parking-Anlage in der Innenstadt zu planen, reichte er ein Projekt beim Picassoplatz ein. Die Anlage sollte unterirdisch sein und kam bei der Basler Regierung gut an. Es stach 2008 das sogenannte Kunstmuseum-Parking aus.

Ein Jahr später sah die Sache anders aus. Nachdem sich das Erweiterungsbau-Projekt für das Kunstmuseum konkretisiert hatte, wurden plötzlich beide Varianten noch einmal geprüft. Der Grund: Die Pläne des Erweiterungsbaus kollidierten mit dem Picasso-Parking. Der Christ und Gantenbein-Entwurf sieht eine unterirdische Verbindung zum Kunstmuseum vor – genau dort, wo das Picasso-Parking hätte sein sollen.

Baubeginn wird verzögert

2010 kam dann der definitive Entscheid des Baudepartements: Anstatt des Picasso-Parkings wird das Kunstmuseum-Parking der Stefan Meyer Architekten AG gebaut. Dies, nachdem Schuldt rund 600000 Franken in das Projekt investiert hatte, wofür das Baudepartement eine Entschädigung ablehnt. Eine Beschwerde der Cobourg AG beim Basler Appellationsgericht blieb erfolglos. Ende Februar kam dann der Bescheid, dass man das Urteil an das Bundesgericht in Lausanne weiterziehen werde. Dort steht der Entscheid noch aus.

Mit der Einsprache gegen den Erweiterungsbau versucht die Cobourg AG nun, ihre Chance darauf zu wahren, das Picasso-Parkhaus doch noch bauen zu können. Mit der Verzögerung des Baubeginns hält sich die Cobourg AG sozusagen den Untergrund frei. Denn wenn unter dem Picassoplatz erst einmal für den Erweiterungsbau gebaut wird, hats keinen Platz mehr für das Parking.

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